Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wussten es ohnehin: Ein-Euro-Jobs führen nicht zu einem Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt - im Gegenteil. Bestätigung fand diese Erkenntnis soeben auch im Bundesarbeitsministerium.
Im Hause von der Leyen wurde amtlich, was Arbeitsmarktexperten der Gewerkschaften immer wieder betonen. 1-Euro Jobs vernichten reguläre Arbeitsplätze. Auch die Medien berichten dieser Tage: "Menschen, die für einen Euro arbeiten, werden in ihrer Menschenwürde missbraucht", heißt es in einem Bericht der Süddeutschen Zeitung.
Anlass für die wundersame Einsicht im Arbeitsministerium ist eine Stellungnahme des Bundesrechnungshofes. Der hatte ausgerechnet an dem Wochenende, an dem 100.000 Menschen gegen die unsoziale Politik der Regierung protestierten, ein internes Papier verbreitet. Von einer „vernichtenden Kritik an dem System 1-Euro-Jobs“ sei darin die Rede, schreiben die Printmedien. Die Nachrichtensendungen am Montag (16.11.10) widmeten sich dem Bericht des Rechnungshofes ebenfalls. In der Tageschau hieß es: "Ein-Euro-Jobs sind nicht freiwillig, sondern sie müssen unter Zwang von Betroffenen angenommen werden".
Norbert Zirnsak, Sekretär des DGB in der Region Schweinfurt-Würzburg hält es für nicht hinnehmbar, dass fünfzig Prozent der Ein-Euro-Jobs gefördert werden, obwohl sie sogar nach bestehendem Recht nicht gefördert werden dürften. "Die Hälfte der subventionierten Arbeit ist nicht im Interesse der Allgemeinheit, sagt er", dass bestätige auch der Rechnungshof. Vielmehr seien die Ein-Euro-Jobs gefördertes Lohndumping und mache Kommunen, Wohlfahrtsverbänden und örtlichen Handwerkern Konkurrenz.
Der Bundesrechnungshof bestätigt nach Ansicht von Zirnsak was längst bekannt ist: Langzeitarbeitslose werden bei der Beseitigung von illegalem Müll, dem Umzug eines städtischen Bauhofs und der Reinigung von Duschen in einem Altenheim eingesetzt", sagt er und ergänzt: „Jobcenter weisen oft wahllos Arbeit zu, ohne die Betroffenen zu beraten und ohne tatsächliche Ziele zur Eingliederung in den regulären Arbeitsmarkt zu formulieren".