Arbeitsmarktpolitik
Langzeitarbeitslose profitieren unterdurchschnittlich (20.05.11)
Die Konjunkturbarometer verkünden positive Signale. So wird davon ausgegangen, daß die Beschäftigung wächst. Das ist erfreulich, aber noch lange kein Grund zum Jubeln. Viele neue Jobs bieten weder soziale Sicherheit noch Perspektive, die Zahl der Langzeitarbeitslosen sinkt nur langsam.

Es ist erfreulich, dass sich die Konjunktur im ersten Quartal 2011 dynamisch entwickelt hat. Doch angesichts rund drei Millionen offiziell registrierter Arbeitsloser und eines gespaltenen Arbeitsmarkts haben nicht alle Grund zum Jubeln. Zwar gab es auch einen Beschäftigungszuwachs, doch viele der neuen Jobs bieten weder soziale Sicherheit noch Perspektive. Nur noch rund 60 Prozent aller Erwerbstätigen haben ein Normalarbeitsverhältnis - die anderen müssen sich mit unfreiwilligen Teilzeitjobs, Minijobs, befristeten Stellen oder Leiharbeit abfinden. Und Langzeitarbeitslose haben besonders wenig vom derzeitigen Aufschwung - ihre Zahl sinkt unterdurchschnittlich.

Gerade vor dem Hintergrund des viel beklagten Fachkräftemangels und des nötigen Impulses für die Binnenkonjunktur wird hier viel Potential verschenkt. Zudem ist zu befürchten, dass die Lohnzuwächse vom starken Preisauftrieb aufgefressen werden. Und so sind Haupttreiber der Binnenwirtschaft auch weniger die Konsumenten als vielmehr die Investitionen von Industrie und Bau. Für einen nachhaltigen und breit getragenen Aufschwung fordert der DGB Investitionen in Qualifizierung, kräftige Tarifsteigerungen, mehr Branchenmindestlöhne sowie den gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro pro Stunde.

Zurück