Krank zur Arbeit (13.01.10)
Eine Sonderauswertung über die Situation junger Beschäftigter des DGB Indexes „Gute Arbeit 2009“ ergab, dass diese alles andere als gut ist. Junge Menschen verdienen nicht nur weniger, sind die ersten die in der Krise ihren Job verlieren, müssen überdurchschnittlich oft als Zeitarbeiter und Mini- Jobber arbeiten- sie setzen dabei auch ihre Gesundheit aufs Spiel!
Die Sonderauswertung 2009 beschäftigte sich erstmals mit der Gesundheit junger Beschäftigter. Dafür wurden 882 Beschäftigte unter 30 Jahren befragt. Die Studie kommt insgesamt zu dem Ergebnis, der Gesundheitszustand vieler sei „besorgniserregend“. So gaben nur 14 Prozent an, sie hätten keine regelmäßigen gesundheitlichen Probleme. 60% der Befragten klagten über Rückenschmerzen, 26% sagen, mindestens zweimal im Monat unter Schlafstörungen zu leiden. Fast 80% der jungen Beschäftigten gehen auch dann zur Arbeit, wenn sie krank sind. Fast jeder Zweite (46%) nimmt Medikamente, um fit für den Job zu sein. Dabei hängen Gesundheit und Arbeitsqualität eng miteinander zusammen. Von Schlafstörungen berichten 45% derer mit schlechter Arbeit, aber nur 5% mit guter Arbeit. Der DGB versteht unter schlechter Arbeit niedrige Einkommen, unsichere Beschäftigung und stark wechselnde Arbeitsbelastungen. Für den DGB ist damit der Zusammenhang zwischen schlechten Arbeitsbedingungen und gesundheitlicher Belastung bewiesen. „Im Mittelpunkt gewerkschaftlicher Aktivität muss auch weiterhin die Verbesserung der Arbeitsbedingungen stehen. Schlecht bezahlte Jobs in unsicheren Arbeitsverhältnissen machen die Menschen krank. Deshalb brauchen diese Jobs einen anderen Status. Die Agenda- Logik führt nicht weiter.“, sagt DGB Regionsvorsitzender Frank Firsching. Unterstützt wird diese These vom Fehlzeiten- Report 2009 des wissenschaftlichen Instituts der AOK. Demnach sind mehr als 71% der Arbeitnehmer in Deutschland binnen eines Jahres mindestens einmal krank zur Arbeit gegangen. Rund 30% erschienen sogar gegen den ausdrücklichen Rat des Arztes am Arbeitsplatz. Arbeitsplatzabbau, steigender Druck im Betrieb, die Wirtschaftkrise seinen die Hauptgründe, sagte der Vize- Geschäftsführer der Instituts, Helmut Schröder, in Berlin. |
![]() Arm trotz Arbeit?
Selbst Vollzeitarbeit schützt nicht vor Armut. Nach einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung arbeiten 32 % aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland im Niedriglohnbereich.
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