Gesundheitspolitik
263 Milliarden für unsere Gesundheit (24.08.10)
Im Jahr 2008 hat Deutschland laut „Health Data Report 2009“ der OECD insgesamt 263,3 Milliarden Euro für das Gesundheitswesen ausgegeben. Das sind 10,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Damit liegt Deutschland bei den Gesundheitsausgaben weltweit an vierter Stelle hinter den USA (16% BIP), Frankreich (11%) und der Schweiz (10,8%).
  
Viele verschiedene Kostenträger
 
In Deutschland werden die Finanzmittel für die Gesundheitsversorgung von verschiedenen Kostenträgern zu Verfügung gestellt. Entsprechend zählen zu den Aufwendungen für das Gesundheitswesen neben denen der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) auch Zahlungen der Pflegeversicherung, der gesetzlichen Unfallversicherung, der gesetzlichen Rentenversicherung, der Staates sowie Ausgaben der Bürger. Dies ist unter anderem auf die spezifisch abgegrenzten  Leistungskataloge der einzelnen Versicherungszweige zurückzuführen. Die Rentenversicherung übernimmt beispielsweise die Rehabilitationsmaßnahmen nach einem Schlaganfall. Die Unfallversicherung (bzw. Berufsgenossenschaft) trägt Behandlungsausgaben nach Arbeits- oder Arbeitswegeunfällen. Die Bürger zahlen zu den Kassenbeiträgen für Arztbehandlungen, Arzneimittel oder Pflegeleistungen. Die öffentlichen Haushalte (Staat) trägt beispielsweise zur Krankenhausfinanzierung bei. Arbeitgeber tragen betriebliche Kosten zur Gesundheitsförderung oder stellen Betriebsärzte an.
 
GKV trägt größten Anteil
 
Mit 151,5 Milliarden Euro (57,5%) tragen die gesetzlichen Kassen den größten Anteil an den Gesundheitskosten. Es folgen die privaten Haushalte mit 35,3 Milliarden, die PKV mit 24,9 Milliarden, die Pflegeversicherung mit 19,2 Mrd., der Staat mit 13 Mrd., private Arbeitgeber 11,2 Mrd., die gesetzliche Unfallversicherung 4,3 Mrd. und die gesetzliche Rentenversicherung 3,9 Mrd. Euro/ Jahr.
Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Gesundheitskosten 2008 um 9,9 Mrd. Euro oder 3,9 Prozent. Für jeden Einwohner wurden demnach durchschnittlich 3210 Euro für Gesundheits- und Pflegeleistungen ausgegeben.
 
Röslers Gesundheitsreform wird teuer
 
Die Pläne des FDP- Gesundheitsministers Rösler werden den gesetzlich Versicherten teuer zu stehen kommen. 2008 musste die GKV 6,1 Milliarden Euro – oder 4,2 Prozent – mehr ausgeben als noch 2007. Laut Rösler sollen künftig alleine die gesetzlich Versicherten diese jährlichen Mehrausgaben über Zusatzbeiträge finanzieren. Die Beiträge der Arbeitgeber sollen auf den heutigen Stand eingefroren werden.
Da sich die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen seit geraumer Zeit um die vier Prozent bewegen, ist auch in naher Zukunft von diesem Wert auszugehen. Tun wir das dürfen wir jährliche Kostensteigerungen für die gesetzlich Versicherten von 6 bis 8 Milliarden Euro/ Jahr durch die schwarz- gelbe Rösler- Reform erwarten. Mehr Netto vom Brutto geht irgendwie anders.
 
Frank Firsching
Zurück