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Würzburg: Eindrucksvolles Zeichen gegen Nazis (25.01.12)
Würzburg. Mindestens 1.500 Menschen haben am Montag in Würzburg eindrucksvoll Flagge gezeigt. Sie folgten einem Aufruf des Bündnisses „Würzburg ist bunt“ und beteiligten sich am Aktionstag gegen Rechtsextremismus. Nach den Großkundgebungen der Jahre 2005 und 2010 ist es den Aktiven im Würzburger Bündnis erneut gelungen, ihre Mobilisierungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Die Teilnehmerzahl ist ein klares Signal an die Nazis, daß für sie kein Platz in Würzburg ist. 

Zum Auftakt der Aktivitäten informierte das Bündnis, das federführend von der evangelischen Kirche koordieniert wurde, am Nachmittag an einem Infostand. Am Abend gab es eine Kundgebung am Unteren Markt, der sich ein Lichterzug durch die Würzburger Innenstadt anschloss. Am Ende organisierte das Bündnis einen Vortrag mit Markus Müller von der Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus in Bayern.
 
Beachtliches Medieninteresse gab es bei der Auftaktkundgebung am Unteren Markt. So berichtete der Bayerische Rundfunk live in der Frankenschau. Werner Nawarotzky vom DGB Kreisverband Würzburg begründete seine Motivation für eine Unterstützung der Demonstration vor den Kameras des BR: „Nazis dürfen nie wieder etwas zu sagen haben, dafür stehe ich hier und das ist die Lehre aus der Geschichte“, sagte der Gewerkschafter. Auf der Bühne gab es Reden der evangelischen Dekanin Dr. Edda Weise, des Oberbürgermeisters der Stadt Würzburg, Georg Rosenthal und des stellvertretenden Vorsitzenden des Zantralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster.
 
Mit einem Lichterzug und unterstützt von der Sambagruppe Samba Osenga zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unter ihnen der erste Bevollmächtigte der IG Metall Würzburg, Walther Mann, der Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG in Unterfranken, Ibo Ocak, die Vorsitzende des ver.di Bezirks Würzburg-Aschaffenburg, Elvira May-Lipp, DGB Kreisvorsitzender Walther Feineis und DGB Regionssekretär Norbert Zirnsak in einem Lichterzug durch die Innenstadt. Der Demozug endete vor dem Platz an der St. Stephan Kirche. Auch dort gab es Reden, in denen dazu aufgerufen wurde Zivilcourage zu zeigen und die Demokratie gegen Nazi-Demagogen zu verteidigen.  

Die Erwartungen der Vorbereitungsgruppe übertraf das Interesse an dem sich anschließenden Vortrag zum Thema Rechtsextremismus. Die Veranstaltung musste in den Kirchenraum der St. Stephan Gemeinde verlegt wurde. Markus Müller von der Landeskoordinierungstelle gegen Rechtsextremismus in Bayern ging dabei auf die Strukturen der Rechten in Franken ein. Er beleuchtete die Rolle des sogenannten Freien Netz Süd im Zusammenhang mit bekanntgewordenen Straftaaten. Markus Müller konstatierte eine weitere Radikalisierung der Szene. Die steht seiner Einschätzung zu Folge in einem direkten Zusmmenhang mit der öffentlichen Debatte um die abscheulichen Morde des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU).
 
Zahlreiche Zuhörerinnen und Zuhörer meldeten sich im Verlauf der Diskussion zu Wort. Insbesondere die Rolle der Verfassungsschutzämter war Thema der Redebeiträge. Dem Geheimdienst und den Sicherheitsbehörden wurde nachhaltiges Versagen vorgeworfen. Ein Teilnehmer berichtete von persönlichen Represalien, weil er im vergangenen Jahr in Dresden gegen einen Naziaufmarsch protestierte. Im droht nun ein Strafbefehl, während am vergangenen Wochenende mit Schlaggegenständen bewaffnete Rechte von den Sicherheitskräften zeitweise ungehindert durch die Münchner Innenstadt zogen. Diese unglaublichen Vorgänge sind mittlerweile Gegenstand einer Anfrage des SPD Landtagsabgeordneten Florian Ritter.


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