DGB lädt zur Bündnisgründung gegen Naziaufmarsch am 1. Mai in Schweinfurt (25.01.10)
Die Nachricht kam aus dem Nichts. Nazis meldeten in Schweinfurt eine Demonstration am 01. Mai 2010 an. Ohne auf örtliche Strukturen in Unterfranken zurückgreifen zu können ruft das „Frei Netz Süd“ per Internet Neonazis auf nach Schweinfurt zu kommen. Die DGB Region Schweinfurt- Würzburg sieht sich in der Pflicht ein breites gesellschaftliches Bündnis gegen diesen Naziaufmarsch zu gründen.
Der DGB lädt deshalb zur Gründung dieses Bündnisses alle demokratischen Parteien, Organisationen, Kirchen und Verbände aus Schweinfurt ein. Die Gründungsversammlung findet am Montag, den 08. Februar um 19.00 Uhr im Kolpinghaus Schweinfurt statt. Hier die Resolution des DGB Regionsvorstandes Schweinfurt- Würzburg vom 25.01.2010: Resolution Gegen den Naziaufmarsch am 1. Mai in Schweinfurt- für ein Bündnis „Schweinfurt ist bunt, nicht braun“ Das sogenannte „Freie Netz Süd“ hat für den 01. Mai 2010 in Schweinfurt einen Aufzug angemeldet. Beim „Freien Netz Süd“ handelt es sich um Akteure der militanten Neonaziszene. Sie bezeichnen sich als „nationale Sozialisten“, Verfügen über ausgeprägte virtuelle Strukturen in Süddeutschland und verfolgen den Plan des “Antikapitalismus von Rechts“. In ihrem Aufruf zur Teilnahme am Schweinfurter Aufmarsch vertreten die Organisatoren eine extrem antidemokratische, verfassungsfeindliche und rassistische Haltung. Der 1. Mai ist der internationale Tag der Arbeit. Es ist der Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, zu sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde. Der DGB in der Region Schweinfurt-Würzburg begeht diesen Tag in guter Tradition. Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in Schweinfurt und in Würzburg, in den Haßbergen, in der Rhön und im Kreis Kitzingen bekennen sich am 1. Mai zu Freiheit, Solidarität und internationalen Menschenrechten. Der angekündigte Aufmarsch gewaltbereiter Rechtsextremisten in Schweinfurt ist eine Kampfansage an alle demokratisch gesinnten Bürgerinnen und Bürger, besonders aber an die Gewerkschaften. Es ist eine Kampfansage an unser Erinnern an Fritz Soldmann, der als Sekretär des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes nach 1933 mehrmals von Nazis verhaftet, in deren Konzentrationslager nach Dachau, Sachsenhausen und Buchenwald verschleppt wurde und der am 31. Mai 1945 an den Folgen der Quälereien durch die Nazis verstarb. Mit der Umdeutung gewerkschaftlicher Forderungen und ihrer Einverleibung in die rechte Ideologie versuchen Nazis damals wie heute, Anhänger für ihre zerstörerische Politik zu gewinnen. Rechtsextremismus darf in Schweinfurt keine Chance haben. Rassismus, Ausländerhass, Gewalt und die Verfolgung von Minderheiten sind mit den Werten einer aufgeklärten Gesellschaft nicht vereinbar. Der DGB in der Region Schweinfurt-Würzburg betrachtet es als seine Verpflichtung, in einem solidarischen Bündnis geeigneten Maßnahmen in die Wege zu leiten, um alten und neuen Nazis am 1. Mai in Schweinfurt eine klare Absage zu erteilen. Deshalb lädt die DGB Region alle demokratischen Organisationen und Parteien ein, ein entsprechendes Bündnis zu gründen. |
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