1. Halbjahr 2010
Wortbruch bei EDEKA – Betriebsrat soll doch gehen (24.06.10)
Gochsheim. Zur Zeit geht der Betriebsratsvorsitzende des EDEKA Lagers in Gochsheim sprichwörtlich durch ein Wechselbad der Gefühle. Das letzte Woche verhängte Hausverbot hat EDEKA nicht länger aufrecht erhalten.

Der Betriebsrat ist nun wieder an seinem Arbeitsplatz. Trotz der Aussage des EDEKA Chefs Stefan Rohrer am vergangenen Mittwoch, das der eigentlichen Kündigung vorgeschaltete gerichtliche Verfahren zunächst nicht führen zu wollen (Anmerkung: dies ist nach dem Betriebsverfassungsgesetz vorher zwingend erforderlich, um die Kündigung dann auszusprechen) möchte EDEKA das Arbeitsverhältnis des Betriebsratsvorsitzenden jetzt doch beenden.
 
Nach Informationen von ver.di wurde hierzu nicht der hauseigene Jurist, sondern sogar eine externe Frankfurter Anwaltskanzlei eingeschaltet. Nachdem der Betriebsratsvorsitzende aufgrund eines Telefonats mit Herrn Rohrer und dessen Aussage sich zu Recht in Sicherheit glaube, droht dieser Konflikt erneut zu eskalieren. Statt die beabsichtigte Kündigungsabsicht und die erhobenen Schuldvorwürfe gegenüber dem Betriebsratsvorsitzenden tatsächlich zurück zu nehmen, arbeitet die Geschäftsführung der EDEKA weiter an dem Versuch, einen unliebsamen Betriebsratsvorsitzenden mit allen Mitteln los zu werden. So forderte die Geschäftsführung den restlichen Betriebsrat auf, den Betriebsratsvorsitzenden abzuwählen und drohte in diesem Zusammenhang mit dem Abbau von Arbeitsplätzen.
 
„Ein derartiges Verhalten der Geschäftsführung stellt nach den Worten des ver.di-Sekretärs Horst Margner nicht nur einen Straftatbestand dar, sondern ist auch nochmaliger Ausdruck des Fehlens jeglicher Moral im Umgang der Geschäftsführung mit Mitarbeitern!“
 
Ver.di-fordert die gesamte EDEKA Geschäftsführung auf, wieder auf den Boden von Recht und Ordnung zurückzukehren. Es liegt nun an ihm, die Wogen wieder zu glätten und Fairness walten zu lassen. Die Beschäftigten genau wie die Betriebsräte in Gochsheim und an allen anderen Lagerstandorten stehen solidarisch zu dem von der fristlosen Kündigung bedrohten Betriebsratsvorsitzenden.

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