Mainfranken GmbH: DGB will mitreden (19.07.10)
Würzburg. Zu einer Sitzung trafen sich am vergangenen Freitag (16.07.2010) die Geschäftsführer der Einzelgewerkschaften der DGB Region in Würzburg. Neben einem Informationsaustausch standen die Herbstaktionen sowie die Vorbereitung der Sozialwahlen 2011 im Mittelpunkt.
Reiner Gehring von der IG BAU verwies in seinem Bericht auf die bevorstehenden Tarifauseinandersetzungen im Baugewerbe. Bereits jetzt bereite man sich auf einen harten Streit mit den Arbeitgebern vor. Hajo Lehr von der Gewerkschaft der Polizei legte eine andauernd schlechte Personalausstattung bei den Sicherheitskräften dar. Er forderte die bayerische Staatsregierung dazu auf, mindestens 1.000 neue Stellen bei der Polizei zu schaffen. „Bei uns arbeiten junge Kolleginnen und Kollegen teilweise bis zu sechs Wochen ohne ein freies Wochenende“, beklagte er die Zustände.NGG Geschäftsführer Ibo Ocak erinnerte an den Kampf um die Arbeitsplätze bei Raiffeisen Kraftfutter in Würzburg. Aktuell streite man für den Erhalt des Steigenberger Hotels in Bad Kissingen, wo ebenfalls fast alle Jobs auf dem Spiel stehen. Für den Organisationsbereich der NGG in Unterfranken kann Ibo Ocak weiterhin eine positive Mitgliederentwicklung vermelden. „Wir kommen hier stetig voran“, sagte er.
IGBCE Vertreter Christian Egner bewertete die abgeschlossene Tarifrunde als einen Erfolg. In einigen Betrieben komme es mittlerweile wieder zu steigenden Auftragseingängen. Walter Mann von der IG-Metall stellte die Lage in der Metallbranche differenzierter dar. Die Auftragslage sei weiterhin durchwachsen. Während in Zulieferbetrieben der Automobilindustrie eine bessere Beschäftigungslage vorherrscht, sei die Lage im Maschinenbau weiterhin kritisch. Ver.di Vertreter Ralf Sander sprach in seinem Bericht über die laufenden Fachbereichswahlen.
Die Geschäftsführer der DGB Mitgliedsgewerkschaften waren sich darüber einig, dass die regionalen Aktionen gegen die unsoziale Politik der Bundesregierung koordiniert stattfinden sollen. „Das ist die Aufgabe des DGB“, sagte Frank Firsching.
Im weiteren Verlauf ging Regionsvorsitzender Frank Firsching auf die Sozialwahlen ein. In 2011 gelte es, die AOK Beiräte in Würzburg und in Schweinfurt neu zu besetzen. Hier sei die DGB Region zuständig. Für die Besetzung der Posten in der Rentenversicherung und bei der AOK in Bayern sei der DGB Bezirk der Ansprechpartner. Um die Besetzung der Arbeitnehmervertretersitze in den Betriebskrankenkassen kümmern sich die Einzelgewerkschaften, erklärte der Regionsvorsitzende. Frank Firsching sprach in seinem Vortrag auch von der neuen Mainfranken GmbH. Die Aktivitäten der Landkreise seien strukturpolitisch durchaus ein richtiger Ansatz. Allerdings könne es nicht sein, dass die Beschäftigten und ihre Gewerkschaften „hier Außen vor bleiben“. Der DGB Regionsvorsitzende kündigte Gespräche mit den Landräten der beteiligten Landkreise an. „Der DGB muss im Rat der Region eine Stimme erhalten“, formulierte er das Ziel dieser Gespräche.
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