1. Halbjahr 2008
Unternehmersitten angeprangert - DGB-Kundgebung mit ACE-Landesvorsitzendem Dieter Wagner (01.05.2008)
Traditionell zum Tag der Arbeit begrüßte der Deutsche Gewerkschaftsbund aus Poppenlauer und Maßbach ca. 120 Gäste zur diesjährigen Maifeier im Maßbacher Schützenhaus. Im Zentrum des öffentlichen Teils stand die Mairede von Dieter Wagner, Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft christlicher Arbeitnehmer-Organisation (ACA) aus Grafenrheinfeld.
In seiner Begrüßung wies der DGB-Ortsvorsitzende Herbert Gessner auf das Motto der Kundgebung „Gute Arbeit muss drin sein“ hin. Zu einer „guten Arbeit“ zählt laut Gessner neben einem verlässlichen, ausreichenden Einkommen auch die Möglichkeit, seine individuellen Fähigkeiten einzubringen, sowie die soziale Sicherung.

Kluft zwischen Arm und Reich

Wagner griff dieses Motto in seiner Ansprache auf. Er verwies auf die existentielle Stellung der Arbeit für die Menschen. Für ihn gehört Arbeit zum Menschsein. Ein weiterer Punkt in seiner Rede war die Kluft zwischen Arm und Reich, die – laut Wagner vor allem auf Grund der Gewinnsteigerung der großen Unternehmen – immer weiter auseinander klaffe. Beifall erhielt Wagner als er verdeutlichte, dass die Firmen ihre Gewinne den Arbeitnehmern zu verdanken hätten, denn sie hätten dafür, so der ACA-Landesvorsitzende, eine Mehrbelastung, sei es durch Mehrarbeit oder durch Lohnverzicht, in Kauf genommen.



Weiter prangerte er auch die rauen Sitten in den Unternehmen an: „Die Menschen werden bewegt wie in einem Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel.“ Arbeiter sein entspreche immer mehr dem Dasein eines Tagelöhners, der ständig einsatzbereit und flexibel sein soll. Er fordert die Zuhörer auf, sich am Volksbegehren „Mindestlohn jetzt!“ des DGB zu beteiligen, um die Ausweitung des Niedriglohnsektors zu verhindern. Wagner forderte Löhne, die ausreichen, eine Familie ohne staatliche Unterstützung zu ernähren.

Zum Schluss forderte er die Anwesenden auf, die Solidarität in den Betrieben zu festigen, sich weiter politisch zu engagieren und sich aktiv für den Sozialstaat einzusetzen.

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