1. Halbjahr 2008
Leiharbeits-Truck am Dienstag, den 29. Juli 2008 in Schweinfurt
IG Metall-Kampagne: „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“ 
Ein erheblicher Teil der Zunahme von Beschäftigungsverhältnissen der letzten Monate geht auf das Konto von Leiharbeitsunternehmen. Auch in der Region hat sich die Zahl der "Dienstleitungsunternehmen" die einen solchen Service anbieten, sprunghaft erhöht.

Etwa 40 Agenturen "verleihen" Menschen an Unternehmen, die mit diesen Beschäftigten Auftragsspitzen abarbeiten oder auch ganz schlicht versuchen ihre Stammbelegschaften unter Lohndruck zu bringen.
Die IG Metall geht gegen diese Entwicklung mit der Kampagne "Gleiches Geld für gleiche Arbeit" seit ihrem Gewerkschaftstag in Leipzig systematisch vor. Seit Wochen tourt dabei auch ein Leiharbeitstruck durch Deutschland, der am 29. Juli 2008 eine Station am Schweinfurter Marktplatz einlegt. Örtliche Vertreter der IG Metall, Betriebsräte und Vertrauensleute wollen interessierten Bürgerinnen und Bürgern, aber auch Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmern, die Positionen der IG Metall erläutern und konkrete Unterstützung anbieten.

Die absolute Zahl von Leiharbeitsverhältnissen hat sich in den letzten Jahren explosionsartig erhöht. Die IG Metall sieht bestimmte Branchen, in denen "ein normales Arbetsverhältnis einfach nicht mehr zustande kommt". Aber auch in der Region und der Metall- und Elektroindustrie werden Leiharbeitnehmer nach Ansicht der IG Metall dazu mißbraucht, die Stammbelegschaften unter Druck zu setzen, da diese (Leiharbeitnehmer) in der Regel mindestens ein um ein Drittel geringeres Einkommen beziehen, wie die Beschäftigten, die im eingesetzen Betrieb regulär beschäftigt sind.

Mit ihrer Kampagne und jetzt auch mit dem Info-Truck will sich die IG Metall als Anwalt sowohl der Leiharbeitnehmer wie auch der Stammbelegschaften zeigen. "Wir können Leiharbeit nicht grundsätzlich verhindern. In einzelnen Fällen wird das sogar von uns mitgetragen. In dem Moment, in dem aber der Versuch gemacht wird Stammbelegschaften mit Leiharbeitnehmern in Konkurrenz zu setzen, müssen wir eingreifen", so Peter Kippes, der zweite Bevollmächtigte der IG Metall. Ziel der Gewerkschaft ist demnach zunächst für alle im Betrieb die gleichen Bedingungen durchszusetzen. Mittelfristig versuche man aber auch auf den Gesetzgeber Einfluß zu nehmen, damit dieser die rechtlichen Rahmenbedingungen für den - aus Gewerkschaftssicht - Mißbrauch von Leiharbeit wieder zu korrigieren.

Der "Leiharbeitstruck" steht am Dienstag von 11:00 - 18:00 Uhr auf dem Marktplatz in Schweinfurt. Der Besuch lohne sich - wieder aus Sicht der IG Metall für alle Bürgerinnen und Bürger.


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