Stell dir vor es ist Wirtschaftskrise, deine Ausbildungszeit endet mit bestandener Prüfung und du wirst vom Ausbildungsbetrieb nicht übernommen. Die Aussichten in einer anderen Firma einen Job zu finden, indem die eigenen Qualifikationen abgerufen werden, ist gering- sehr gering, denn dort werden die Azubis auch nicht übernommen. Eine Horrorvorstellung für junge Menschen, insbesondere wenn Hartz IV droht!

Dennoch ist es Realität für viele tausend Auszubildenden in unserer Region, die auf ihre Prüfung hinarbeiten um gut abzuschießen, den Grundstein für die berufliche Karriere gelegt haben und jetzt womöglich auf der Straße stehen. Qualifikationen verlieren ständig an Aktualität, „Halbwertzeit“ nennt sich so was. Heute gelernt, übermorgen überholt. Berufserfahrungen müssen gesammelt werden, wenn der Berufseinstieg gelingen soll. Im negativen Fall droht der Abstieg, wo der Aufstieg beginnen sollte. Eine schwierige Situation, die den Berufseinsteigern nicht zugemutet werden muss. Deshalb tritt die IG Metall Jugend mit der „Operation Übernahme“ an, um gesellschaftliche Jugendarbeitslosigkeit und persönliche Depression zu verhindern. Auch betriebswirtschaftliche Argumente sprechen für die Forderung der jungen GewerkschafterInnen. Die Investitionen in die Köpfe gehen verloren wenn Arbeitslosigkeit der Ausbildung folgt. Fachkräfte werden in jedem Betrieb benötigt, wenn es wieder aufwärts geht. Deshalb der Appell der IG Metall Jugend an die Betriebe aller Sparten: Weiter ausbilden, Ausgebildete weiter übernehmen und zwar unbefristet.
Die Schweinfurter IGM- Jugend ging am Samstag, den 20.06., für diese Forderung auf die Bevölkerung zu. In Schweinfurt am Schillerplatz, zwischen ECE und Galeria

Kaufhof standen die Aktivisten und luden die Passanten zum mitmachen und unterstützen ein. Mit einem ganzen Anhänger von Steinen ausgerüstet standen die MetallerInnen vor dem großen Transparent „Operation Übernahme“ und baten die Bevölkerung etwas für die Übernahme auf einen Stein zu schrieben. Die beschrifteten Steine wurden zu einem Hügel aufgehäuft und gaben Zeugnis für die breite Unterstützung der Forderung durch die Gesellschaft. IG Metall Jugendsekretär Thomas Höhn war mit der Aktion „sehr zufrieden“, weil er „keine Ablehnung“ sondern „enormen Zuspruch“ ausmachte. Weiter so, kann man da nur sagen und wünschen, dass die Aktion beiträgt jungen Menschen eine Perspektive zu geben, trotz Wirtschaftkrise!
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