11. Streiktag bei EDS: „Wir halten durch!“ (24.06.09)
Unter dieser Überschrift lässt sich die Stimmung bei den Streikenden des EDS Standortes Schweinfurt zusammenfassen. Wie erwartet ist es ein zähes ringen um die Verhinderung von 852 Entlassungen bundesweit und die Unterzeichnung eines Haustarifvertrages. Dennoch sind die Kolleginnen und Kollegen um Betriebsratsvorsitzenden Egon Stürzenberger zuversichtlich.

Vor etwa vier Wochen Urabstimmung mit ca. 92% Streikzustimmung, seither blockweise angesetzte Streiktage der Streikleitung, in Schweinfurt mittlerweile elf. Wie ist die Stimmung, gibt es Unterstützung, welche Erfahrungen machen Streikende?
Nach einigen Gesprächen lässt sich zusammenfassend sagen: Die Stimmung ist weiterhin gut, die Unterstützung in den Familien, im privaten Bereich und in der Öffentlichkeit ist absolut gegeben. Viele Bekannte, Verwandte, Passanten und Freunde haben absolutes Verständnis für den Streik aber auch absolutes Unverständnis für EDS bzw. HP. Sie verstehen nicht warum ein Konzern immer mehr Gewinn, eine immer höhere Rendite haben will. Rendite auf Kosten der Beschäftigten. Gewinne auf Kosten der Familien, deren Existenz vom Arbeitsplatz abhängt. Dieses Verständnis der Bevölkerung hilft den Streikenden, es fehle noch der durchgreifende Druck der Kunden, beispielsweise von SKF. An dieser Stelle müsse noch mehr passieren, meinen einige Betroffene.

Deshalb werden die Streikende EDS Belegschaft in Schweinfurt immer aktiver. Gehen auf ihr Umfeld zu, wollen informieren und tun es. So organisierten sie heute eine Flugblattaktion vor den Schweinfurter Großbetrieben um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Gestern wurde die SKF- Geschäftsleitung besucht um einen wichtigen Kunden von EDS über die Folgen aufzuklären. Mit Info- Ständen in der Stadt wurde die Bevölkerung informiert. Jeden Tag eine neue Aktion. Öffentlichen Druck erzeugen. Dranbleiben- dich nicht kleinkriegen lassen. Obwohl der Streik auch im Geldbeutel spürbar ist. Gut, dass es Streikgeld von der IG Metall und Verdi gibt. Ohne, wäre ein Streik nicht denkbar. Der volle Lohn ist es nicht, das ist klar. Da versucht die Firma tatsächlich mit Tagesprämien von 1500 Euro Streikbrecher zu gewinnen. Verräter zu ködern. Bisher erfolglos. Richtig so. Gleichzeitig wächst die Solidarität. Die Briefe, Wünsche, Solidaritätsadressen werden an das Streiklokal geklebt. Es werden immer mehr. Ihre Solidarität schriftlich formuliert haben inzwischen unter anderem der IG Metall Bezirk Niedersachsen, die IG Metall Hamburg, DIE LINKE. Schweinfurt, Verdi NRW, die IGM- Vertrauenskörperleitung von Salzgitter Flachstahl, der Betriebsrat von T- Systems in Karlsruhe, der BR der Firma IXYS GmbH Lampertheim, oder auch die Kolleginnen und Kollegen von Bosch- Rexroth Mechatronics Schweinfurt.
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