Am 12. Streiktag erhielten die Streikenden von EDS Besuch ihrer Kollegen aus Rüsselsheim. Etwa 20 Biker fuhren mit ihren Maschinen gen Schweinfurt um ein Band der Solidarität zwischen den Standorten zu knüpfen. Wie es sich gehört wurden sie am „Streikcontainer“ von Egon Stürzenberger und seinen Kollegen mit einer zünftigen Leberkäsbrotzeit empfangen.
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nteressantes hatte vorher IGM- Sekretär Thomas Höhn aus einer Telefonkonferenz zu berichten. Er informierte über den Stand der Verhandlungen in der Einigungsstelle. Obwohl Annäherungen auszumachen sind, gibt es noch kein Ergebnis. Es ist das Spiel zwei Schritte vor, dann wieder einen oder gar zwei zurück. Die Arbeitgeberseite erscheine zumeist uneinig und agiere teilweise unkoordiniert. Ausgedrückt hat sich diese Zerrissenheit auf Arbeitgeberseite im Rücktritt des Verhandlungsführers Hansen, der gleichzeitig einer von drei gleichberechtigten EDS- Geschäftsführer ist. Widersprüchlich die Aussagen, ob sich dieser Rücktritt auch auf den Geschäftsführerposten bezog. Dennoch, als Thomas Höhn diese Nachricht bekannt gab, applaudierten die Streikenden. In wie weit diese Entwicklung als positiv zu bewerten ist, stellte Höhn in Frage. Die Verhandlungen seien nach Wochen auf einem konstruktiven Weg gewesen. „Die Nerven bei den Arbeitgebern liegen blank“, sagte der IG Metall- Sekretär. Jetzt gelte es Ruhe zu bewahren und die richtigen Entscheidungen zu treffen- auch was die Streiktaktik anbelangt. Höhn verkündete und großem Beifall „Freitag und Montag wird der Streik fortgesetzt- das ist entschieden“. Wie es dann weitergeht wird in vielen Sitzungen und Diskussionen am Wochenende geklärt.
Unterdessen sind die Verantwortlichen von EDS weiter dabei Streikbrecherprämien auszuloben. Telefonisch und persönlich werden Streikende aufgesucht und ihnen Zahlungen von 1500 Euro pro Tag angeboten, wenn sie während des Streiks vom „Home- Office“ aus arbeiten. Alle Achtung, dass diese unmoralischen Angebote ungehört verhallen. Die Solidarität untereinander ist ungebrochen.
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