2. Halbjahr 2007
Für die Einheitsgewerkschaft - Der ver.di-Bezirk Schweinfurt ehrte 266 langjährige Mitglieder. (23.11.2007)
Der ver.di-Bezirk Schweinfurt hat 266 Mitgliedern für ihre langjährige Treue zur Gewerkschaft gedankt. Auf 25, 40, 50 und gar auf 60 Jahre Mitgliedschaft konnten einige zurück blicken. Barbara Zahn, Landesfachbereichsleiterin für den Fachbereich Bildung, Wissenschaft, Forschung, lobte die Jubilare für ihre jahrzehntelange Treue, hinter der sich Engagement, Überzeugung und Einsatz für ein gemeinsames Ideal verberge.


Foto: ver.di Schweinfurt

„Uns verbindet das Bewusstsein, dass wir Arbeitnehmer eine starke und durchsetzungsfähige Gewerkschaft zur Erreichung unserer gemeinsamen Ziele brauchen“, sagte die Rednerin. Das gelte zurzeit wieder in besonderem Maß. Sie ging auf die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Einheitsgewerkschaft ein, die eine „große historische Leistung“ darstelle.

Der Grundsatz „ein Betrieb, eine Gewerkschaft“ sei ein zentrales und wichtiges Prinzip deutscher Gewerkschaften. Die Rückkehr zum berufsständischen Prinzip nach englischem Muster „lehnen wir entschieden ab“, so Zahn, denn die Politik der berufsständischen Gewerkschaften führe zu Zersplitterung, Radikalisierung und Entsolidarisierung.


Foto: ver.di Schweinfurt

Damit wies sie auf die von den großen Gewerkschaften vehement abgelehnte Aufspaltung der Arbeitnehmerinteressen eines Gesamtbetriebes zu Gunsten der Verfolgung von Einzelinteressen einzelner Berufsgruppen hin, wie sie etwa die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und seitens der Lokomotivführer die GDL zurzeit betrieben. Dies könne „ganz schnell der Anfang vom Ende einer solidarischen Tarifpolitik“ sein.

Sogar der Politik dämmere langsam, was sie an den Einheitsgewerkschaften habe und diese für den sozialen Frieden bedeuteten. Würde sich jede Berufsgruppe eigen organisieren, könne dies zu ständigen Tarifkonflikten und Streiks über das ganze Jahr führen, so die Rednerin.

Dann markierte Barbara Zahn entsprechend der Jahre und Jahrzehnte, in denen die Mitglieds-Jubilare der Gewerkschaft beitraten, symbolträchtige Daten und Fakten der bundesrepublikanischen Geschichte Als sich etwa 16 der Geehrten im Jahr 1947 einer der Vorgänger-Gewerkschaften von ver.di anschlossen, verabschiedete die CDU ihr Ahlener Programm, aus dem die Rednerin zitierte: „Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden.“ Im April des gleichen Jahres, so Zahn, fand der Gründungskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes in der britischen Besatzungszone statt.

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