Soziale Leistungen hart erkämpft - ver.di-Mitglieder aus dem Landkreis geehrt. (09.11.2007)
„Nur wer sich auf die Vergangenheit besinnt, ist gewappnet für die Zukunft.“ Unter diesem Motto stand die kämpferische Ansprache von Sinan Öztürk, dem stellvertretenden Geschäftsführer des Bezirks Schweinfurt der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, bei der Ehrung von langjährigen Mitgliedern aus dem Haßbergkreis. Sein Dank galt den Jubilaren, die für die heutigen sozialen Errungenschaften „an vorderster Front“ gekämpft hätten.
Nach der Begrüßung durch den Haßberge-Vorsitzenden Anton König gedachten die Anwesenden der kürzlich Verstorbenen Eduard Lutz und Josef Thurn, beide aus Haßfurt. Dann zog Öztürk das ganze Register gewerkschaftlicher Argumente. Er erinnerte daran, dass Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung „nicht vom Himmel gefallen seien“, sondern von Arbeitnehmern und Gewerkschaften schwer erkämpft werden mussten. Und genau diese sozialen Errungenschaften seien in höchster Gefahr: Unter Hinweis auf die Globalisierung versuchten die Arbeitgeber, Weihnachtsgeld, Urlaubsanspruch und betriebliche Mitbestimmung „zurückzuschrauben“ sowie die Arbeitszeit hochzutreiben. Wie die steigenden Dividenden für die Aktionäre bewiesen, diene die Globalisierung aber nur der „Profitmaximierung“. Diesen Bestrebungen müssten Arbeitnehmer eine klare Absage erteilen, rief Öztürk. Überfällig sei die Verlängerung des Arbeitslosengeldes für Ältere sowie die Einführung eines Mindestlohns von 7,50 Euro pro Stunde. Dass es in Deutschland Gewerkschaften gebe, die Tarifverträge mit 3,50 Euro pro Stunde mit den Arbeitgebern abgeschlossen haben, bezeichnete er selbstkritisch als „Schande“. |
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