2. Halbjahr 2007
DGB: Stoppt den Missbrauch von Leiharbeit - Resolution der Betriebsrätekonferenz an die hiesigen MdB´s (10.11.2007)
Die 2.Betriebs- und Personalrätekonferenz des DGB in den Haßbergen fordert in einer Resolution die örtlichen Bundestagsabgeordneten auf den Missbrauch der Leiharbeit zu stoppen.

Helmut Buld (stellv. DGB- Kreisverbandsvorsitzender) fasst die einhellige Meinung der Konferenzteilnehmer wie folgt zusammen: „Leiharbeiter erhalten 20% – 50% weniger Lohn als die Stammbelegschaften. Das verführt viele Arbeitgeber ihre Ideologie der Lohnsenkung praktisch umzusetzen. Dagegen wehren wir uns. Wir fordern gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Das muss der Gesetzgeber regeln, damit der Missbrauch der Leiharbeit gestoppt wird.“

Zuvor hatte der Geschäftsstellenleiter der Arbeitsagentur Haßfurt, Herr Trum, berichtet von 528 offenen Stellen in der Haßbergen seien knapp 50% Jobs von Leiharbeitsfirmen. Damit spiegle sich in den Haßbergen die bundesweite Entwicklung wider. Betriebsspezifisch gibt es jedoch Unterschiede, wie sich in der Diskussion unter den Betriebs- und Personalräten herausstellte. Insgesamt waren Teilnehmer aus 10 Betrieben anwesend, von denen sechs Betriebe insgesamt knapp 200 Leiharbeitnehmer beschäftigen. Die meisten Leiharbeitnehmer, etwa 60, sind derzeit bei FTE Ebern, dem größten Betrieb in den Haßbergen eingesetzt. Für Paul Hümmer, FTE Betriebsrat, ist klar, dass „FTE damit nichts anderes als Lohnsenkung auf Kosten der Leiharbeiter betreibt um die Stammbelegschaft unter Druck zu setzen.“

Von der gleichen Problematik berichtet auch die Personalratsvorsitzende der Haßberg Kliniken, Christiane Brecht. Sie verweist auf die 2004 gegründete Haßberg- Klinikum- Service GmbH, die Mitarbeiterinnen an die Haßberg- Kliniken verleiht, um den Tarifvertrag zu umgehen und den dort beschäftigten Frauen deutlich weniger Lohn zahlen zu können.

Das alles ist für die Referentin Karola Boger (IG Metall Schweinfurt) ein Spiegelbild der Leiharbeitsproblematik. „Anfangs ging es bei der Leiharbeit darum Auftragsspitzen abzuarbeiten ohne die Stammbelegschaften mit Überstunden oder Sonderschichten zu belasten. Nachdem jede zeitliche Begrenzung der Leiharbeit wegfiel, geht es inzwischen hauptsächlich um Lohnsenkung durch den verstärkten Einsatz von Leiharbeitnehmern.“ Außerdem würde mit der Leiharbeit der Kündigungsschutz umgangen.

Drei Punkte fordern die Betriebsräte aus den Haßbergen von den Politikern ein:

  • Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit. 
  • Zwingendes Mitbestimmungsrecht von betriebs- und Personalräten bei der Einstellung von Leiharbeitnehmern. 
  • Gesetzlich vorgeschriebene Übernahme von Leiharbeitsbeschäftigten bei einer Beschäftigungsdauer nach 6 Monaten im selben Betrieb.

Mit diesen Eckpunkten würde der Leiharbeit die notwendigen Grenzen gesetzt, damit es auch in Zukunft noch genügen Arbeitsplätze in den Haßbergen gibt, von denen man leben kann.


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