2. Halbjahr 2008
„Wer kämpft kann verlieren, …“ (04.12.2008)
Unter diesem Titel ist der Verkauf des DGB – Hauses Schweinfurt durch die VTG in Berlin an den Integrations- und Bildungsverein Schweinfurt einzuordnen. Was sich seit Wochen angekündigt hat ist jetzt vollzogen. Diese Nachricht brachte DGB- Regionsvorsitzender Frank Firsching am 03.12. aus Berlin mit.
Auf der DGB- Regionaltagung, einer regelmäßigen Zusammenkunft aller Regionsvorsitzender mit dem geschäftsführenden Bundesvorstand, erklärte Vorstandmitglied Claus Matecki dem Schweinfurter DGB- Chef Firsching auf Nachfrage: „Ja, wir haben letzte Woche unterschrieben.“
Damit waren alle Versuche letztlich zwecklos das Schweinfurter DGB- Haus als Gewerkschaftshaus zu retten. Ökonomie siegte über Tradition und Perspektive.

Dazu Frank Firsching:

Wir haben vor Ort alles versucht unseren Gewerkschaftsstandort „Wilhelm- Leuschner- Straße 2“ zu erhalten. Alles bemühen half leider nichts, weil die VTG des DGB nicht Willens war zu investieren und das DGB- Haus unbedingt loswerden wollte. Ökonomisch verständlich allemal, das da Haus seit dem Umzug der IG Metall in die Manggasse jährlich satte Verluste auswies. Schon damals konnte sich die VTG nicht dazu durchringen die notwendigen Mittel ins Haus zu investieren um die Büros auf das Niveau heutiger Bedürfnisse zu hieven.

An Vorschlägen mangelte es nicht. Einen Umbau verlangte schon die IG Metall vor 10 Jahren- ohne Erfolg. Nach den Verkaufsabsichten vor zwei Jahren schlug Verdi- Geschäftsführer Ralf Sander vor, den Altbau abzureißen- die Fläche auf den neueren Teil zu reduzieren um so Leerstand zu vermeiden. Ergebnis: zu teuer, nicht wirtschaftlich darstellbar, so die VTG.
Durch die geplante Erweiterung des Fachhochschule praktisch gegenüber dem DGB- Haus entstand die Idee ein Studentenwohnheim auf dem Grundstück zu bauen in dem die Gewerkschaften die notwendige Büroflächen in den ersten Etagen erhalten. Eine Mischnutzung: Studentenwohnheim und Gewerkschaftshaus. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Schweinfurt wurden Pläne erstellt um Investoren für das Projekt zu begeistern. Gleichzeitig billigte die VTG den Bemühungen einen engen Zeitrahmen zu, in dem sie den Verkauf zunächst nicht vollzog.
Tatsache ist, dass kein Investor gefunden wurde, da die Investitionssumme in einen vielstöckigen Neubau allen Angefragten in der aktuellen Finanzsituation zu hoch war. So zerschlug sich diese Nutzungsvariante in den letzten Tagen. Es blieb das Angebot des Integrationsvereins. Die VTG hat es angenommen. Das DGB- Haus ist verkauft.

Wie geht es weiter?

Die bisherigen Mieter DGB- Region, DGB- Jugendsekretariat, Verdi- Bezirk Schweinfurt und IG BAU Bezirk Franken haben ihren Willen bekundet in Schweinfurt auch weiterhin gemeinsam Büroflächen anmieten zu wollen. Jetzt gilt es den Markt zu sondieren und geeignete Objekte zu sichten. Ein neues DGB- Haus wird es nicht geben. Einen gemeinsamen Standort wollen wir in Schweinfurt, für die Region. Diesen zu finden ist die Aufgabe.
Außerdem gilt es mit dem neuen Eigentümer alle nötigen Vereinbarungen zu treffen die den Nutzungsübergang betreffen.

Es bleibt allen zu danken, die sich für den Erhalt unseres DGB- Hauses in Schweinfurt eingesetzt haben. Wie gesagt „…., wer nicht kämpft hat schon verloren.“

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