„Wer kämpft, kann auch gewinnen“ (05.12.2008)
Die Entscheidung fiel, als keiner mehr damit rechnete. Die 110 Mitarbeiter der Telekom Bad Kissingen und die 100 Mitarbeiterinnen der Telekom Würzburg werden nicht ins ferne Fulda umgesiedelt, sondern finden ihren Arbeitsplatz zukünftig innerhalb der Region, in Schweinfurt.
Dreizehn Wochen lang- jeden Montag um 12.00 Uhr- protestierten die Beschäftigten in Bad Kissingen, demonstrierten vor den Gebäude ihres Arbeitgebers für den ortsnahen Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Im Hintergrund wurden die Fäden gezogen. Die Gewerkschaftsvertreter versuchten über die Schiene (fast) aller politischen Parteien zu erreichen, dass der Telekomvorstand das profitable Bad Kissingen Call- Center nicht schließt. Aber der Vorstand bewegte sich lange nicht. Erst in der Nacht vom vergangenen Freitag war ein Kompromiss gefunden worden. Der rettet zwar nicht den Standort Bad Kissingen, verlagert die Arbeitsplätze aber doch „nur“ nach Schweinfurt und nicht nach Fulda.
ZurückFür die lange kämpfende Bad Kissinger Belegschaft ein Riesenerfolg. Auf der letzten Montagsdemo am 01. Dezember gab es dann auch Standing Ovations füreinander. Vor allem den Verdi- Funktionären Siegfried Hänsel und Claudia Steidle- Hoffmann galt der Dank der Beschäftigten. Steidle- Hoffmann dankte allen die in den vergangen Wochen Solidarität übten und die Bad Kissinger unterstützen. Die Liste der prominenten Unterstützer ist lang. Da wären beispielsweise Oberbürgermeister Kay Blankenburg, Bundestagsvizepräsidentin Susanne Kastner, MdB Klaus Ernst, DGB- Regionsvorsitzender Frank Firsching und Betriebsseelsorger Peter Hartlaub. Außerdem erreichten die Telekom- Mitarbeiter viele Solidaritätsadressen aus anderen Betrieben und Gewerkschaftsgliederungen. Diese Anteilnahme gab die Kraft, diesen außergewöhnlichen Kampf erfolgreich durchzustehen. Einen besonderen Dank richtete die Verdi- Vertreterin an die Presse- und Medienvertreter der Region, ohne deren laufende Berichterstattung der Erfolg kaum denkbar gewesen wäre. Damit ist das Kapitel vorläufig zu. Noch ein bis zwei Jahre bleiben die Callcenter Mitarbeiter in Bad Kissingen und Würzburg. Derweil muss in Schweinfurt neu gebaut werden. Wo genau, weiß noch niemand. OB Blankenburg wünschte ihnen, dass der Standort Schweinfurt für sie dauerhaft bleibe. |
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