2. Halbjahr 2011
DGB zeichnet Klaus Emser aus (25.11.11)
Höchberg. Hohe Auszeichnung für ver.di- Funktionär Klaus Emser. Im Rathaus der Gemeinde Höchberg überreichte DGB Regionsvorsitzender Frank Firsching die höchste Auszeichnung der DGB Region Schweinfurt- Würzburg, die Fritz- Soldmann- Urkunde, an den 72jährigen Klaus Emser vor etwa 40 Gästen.

Laudatorin Barbara Zahn gratulierte dem aktuellen Höchberger DGB Ortsverbandsvorsitzenden mit einer persönlichen, präzisen Rede zum Wirken des Menschen Klaus Emser. Vor knapp 46 Jahren, am 1. Januar 1966 trat Klaus Emser in die Deutsche Angestelltengewerkschaft (DAG) ein. 31 Jahre lang, von 1970 bis zur großen Gewerkschaftsfusion zu ver.di im Jahr 2001 saß Kollege Emser der DAG- Ortgruppe Würzburg vor und war in dieser Zeit auch noch Vorsitzender der Landesberufsgruppe Öffentlicher Dienst. Als überzeugter Gewerkschafter setze Klaus sein ehrenamtliches Engagement in ver.di und beim DGB fort. Arbeitete im Würzburger ver.di Ortsverein mit und vertrat ver.di im DGB Regionsvorstand Würzburg bis 2009. Barbara Zahn hob insbesondere sein Verhandlungsgeschick als Personalrat hervor, das allen Beschäftigten des Versorgungsamtes Würzburg zu Gute kam. Dort war er 32 Jahre lang Personalratsmitglied, davon 25 Jahre lang Personalratsvorsitzender. Zugleich Mitglied im Hauptpersonalrat im Bayerischen Arbeitsministerium und von 1984 bis 2000 dessen Vorsitzender. Nebenbei fungierte er als ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht Würzburg, am Verwaltungsgericht Ansbach, am LAG in Nürnberg und am Sozialgericht Würzburg. Beeindruckend, wie die Vorsitzende des ver.di Bildungswerkes Bayern, Barbara Zahn, meinte. Die langjährige Weggefährtin von Klaus Emser schloss ihre Rede mit dem Ziel, das Klaus in all seinen Funktionen verwirklichte „Mensch werden, Mensch sein, Mensch bleiben“.

Ein wenig stolz sei er schon, sich aber gleichzeitig sicher, die Ehrung auch verdient zu haben. Gewohnt selbstbewusst, aber auch ein wenig gerührt, nahm der Geehrte die Urkunde entgegen. Typisch Klaus aber auch, dass er bei seinen Dankesworten niemanden im schönen Höchberger Ratssaal vergaß. Nicht seine ehemaligen Arbeitskollegen, nicht die Freunde und Nachbarn, nicht die Kollegen von ver.di und des DGB und auch nicht seine Familie, insbesondere seine Frau, die mit einem Blumenstrauß bedacht wurde. Erwähnenswert ist die Anwesenheit des 1. Bürgermeisters Peter Stichler und das Grußwort der Bezirkstagsvizepräsidentin von Unterfranken Eva Maria Linsenbreder. Sie unterstrich die Bedeutung der Gewerkschaften für das Gemeinwohl und den gelungenen Aufbau der Bundesrepublik Deutschland. 

Zuvor sprach Frank Firsching zum Leben und Wirken von Fritz Soldmann, seinen und unseren Idealen. Fritz Soldmann wurde wegen seines gewerkschaftlichen Engagements, wegen seines Eintretens für die Demokratie von den Nazis verfolgt, eingekerkert und am Ende seiner Kräfte, am 11. April 1945 aus dem KZ Buchenwald befreit. Er starb wenige Wochen später, am 31. Mai 1945 an den Folgen der jahrelangen Folter. „Fritz Soldmann nimmt einen herausragenden Platz in der Gewerkschaftsgeschichte ein. In unserer Region den herausragenden Platz. Auch um die Erinnerung an Fritz Soldmann wach zu halten hat der DGB Regionsvorstand die „Fritz- Soldmann- Urkunde“ eingerichtet. Sie wird an höchstens zwei Personen im Jahr verliehen, die sich in herausragender Weise um humane Werte wie soziale Gerechtigkeit und Solidarität und den Aufbau gewerkschaftlicher Strukturen verdient gemacht haben. Der Lebenslauf von Fritz Soldmann zeigt die Würde dieser Auszeichnung. Lieber Klaus, du hast sie dir redlich verdient.“, so Firsching.

Klaus Emser ist erst der zwölfte Soldmann- Urkundenbesitzer und der erste aus der ver.di- Quellgewerkschaft DAG. Der Feierstunde wohnten auch drei weitere Ausgezeichnete bei: Rosl Pflaum, Willy Schütz und Günther Selig. Die würdige Feierstunde wurde musikalisch vom Quartett Alegro Manontroppo grandios umrahmt.

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