Schöne Bescherung: Jugendarbeitslosigkeit plus 54% (05.12.09)
Schweinfurt. Samstag 14.00 Uhr in der Schultesstraße Nähe Weihnachtsmarkt. Graupelschauer, wirklich ungemütlich ist es. Etwa ein Dutzend junge Leute schert das wenig. Mit Nikolausmützen oder Geweihen auf dem Kopf trotzen sie dem Wetter denn es geht um wichtiges. Die steil ansteigende Jugendarbeitslosigkeit.
Die DGB- Jugend prangert das verschwiegene Problem publikumswirksam an. Von Politik, Arbeitsagentur und Medien ignoriert, steigt die Jugendarbeitslosigkeit rasant an. Noch im Oktober 2009 gegenüber dem Vorjahresmonat um plus 42,3%- so sind auch die Flyer bedruckt, die ausgeteilt werden. Doch diese Zahl ist im November schön längst überholt. Nun beträgt die Steigerung schon plus 54%! Grund genug auf die katastrophale Entwicklung hinzuweisen und politisches Handeln einzufordern. Das tat die DGB- Jugend. Die Aufmachung der Aktion ungewöhnlich. Zwei „Zebrastreifen“ liefen auf einen Turm aus großen Würfeln zu, die mit Zetteln beklebt wurden. Auf den Zetteln konnten die Passanten schreiben was sie sich für die Jugend wünschten. Nach zwei kalten Stunden waren die Würfel mit allerlei guten Wünschen belegt. „Perspektiven“, „Gute Ausbildung“, „Keine Studiengebühren“, „Gute Jobs“ etc., standen auf den viele kleinen Notizzettelchen. Für Daniel hat sich die Aktion gelohnt: „Wir haben mit einer pfiffigen Aktion auf einen unhaltbaren Missstand in unserer Gesellschaft hingewiesen: Die Jugend bezahlt die Rechnung der Krise!“ DGB- Jugendsekretärin Ulrike Eifler benennt die politischen Entscheidungen, die der Jugend den Berufsstart verhagelt: „Die Deregulierungspolitik am Arbeitsmarkt ist für diese Entwicklung vordringlich verantwortlich. Ungehemmte Befristungsmöglichkeiten, uferlose Praktikumskarrieren, geförderte Leiharbeit, Mini- und Midi- Jobs sorgen dafür, dass junge Menschen überwiegend prekäre, unsichere Arbeitsverhältnisse annehmen müssen. Damit sind sie immer die ersten die den Job verlieren.“ |
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