2. Halbjahr 2009
DGB skandalisiert Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit (07.12.09)
Würzburg. Mit einer spektakulären Aktion hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auf die steigende Jugendarbeitslosigkeit aufmerksam gemacht.
Am Montag (7. Dezember) enthüllten der DGB-Chef der Region Schweinfurt/ Würzburg, Frank Firsching, und die nordbayrische DGB-Jugendsekretärin Ulrike Eifler auf dem Weihnachtsmarkt ein Würzburger Ortsschild mit der Zahl 129,7. „Um dramatische 129,7 Prozent ist die Jugendarbeitslosigkeit in Würzburg und Umgebung angestiegen“, erklärt Firsching den Hintergrund der Aktion. Im November 2008 waren es noch 451 junge Menschen unter 25 Jahren, die im Agenturbezirk Würzburg arbeitslos gemeldet waren. „Im November 2009 waren es 1.036“, konstatiert Firsching. „Das ist ein Anstieg um 129,7 Prozent“.

Schuld seien vor allem die arbeitsmarktpolitischen Entscheidungen der letzten Jahre. In keiner anderen Altersgruppe stiegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie Leiharbeit und befristete Beschäftigung so stark wie bei den unter 25-Jährigen. Deshalb sind es die jungen Arbeitnehmer, die jetzt in der Krise als Erste an den Rand der Gesellschaft gedrückt würden. „Betriebe müssen nach der Ausbildung unbefristet übernehmen und Arbeit muss wieder sicherer werden“, sind sich Firsching und Eifler über die politischen Gegenmaßnahmen einig.

„Deshalb wollten wir diese Entwicklung auch nicht auf sich beruhen lassen, sondern die Öffentlichkeit darüber informieren“, erklärt Eifler. Eigentlich sei die Aktion vor dem Ortseingangsschild geplant gewesen. „Aber dann dachten wir, in der Vorweihnachtszeit eignet sich doch der Weihnachtsmarkt viel besser, um die fehlenden beruflichen Perspektiven junger Menschen möglichst breit zu skandalisieren und die politisch Verantwortlichen an den Pranger zu stellen“. 
 
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