1. Halbjahr 2010
Friedensmarsch gegen Atomwaffen macht halt in Schweinfurt (22.06.10)
Sylt, Schweinfurt, Zugspitze. Zum Gedenken an den Atombombenabwurf auf Hiroshima am 6. August 1945 bringt die Friedensbewegung eine Fahne von Sylt bis zur Zugspitze, ausschließlich mit Muskelkraft! Vom 21. auf den 22. Juni machten die Aktiven um den Initiator Dr. Manfred Sohn halt in Schweinfurt.
  
Nach dem eintägigen Aufenthalt in Schweinfurt machten sich heute Mittag acht Unentwegte mit dem Fahrrad auf den Weg nach Bamberg, der nächsten Station. Über Nürnberg, Ingolstadt, München und Wolfratshausen soll die Zugspitze bis 30. Juni erreicht werden. Einmal von Nord nach Süd durch die Republik, um auf die bestehende Atombedrohung aufmerksam zu machen und um die unmenschlichen Atomwaffenabwürfe auf Hiroshima am 6. August und auf Nagasaki am 9. August 1945 in Erinnerung zu rufen. 1000 km zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs wird die Friedensfahne von Stadt zu Stadt transportiert. Die mit Fotos und Zeitungsausschnitten dokumentierte Reise quer durch Deutschland wird dann mit der Fahne in Hiroshima bei den japanischen Gedenkveranstaltungen am 6. August vor Ort überreicht. In Japan mit dabei ist übrigens Ulrike Eifler, bis 15. Mai unsere DGB Jugendsekretärin für Nordbayern!
 
In Schweinfurt informierten die Aktivisten zusammen mit dem Schweinfurter Friedensratschlag über ihre Aktion mit einem Infostand am Marktplatz und bei einer Abendveranstaltung im Naturfreundehaus. Dort erinnerte Dr. Manfred Sohn an die schrecklichen Folgen des Atombombenangriffs auf Hiroshima, der über 200 000 Opfer forderte. Mit einer einzigen Bombe. Unvorstellbar. Die Hitze bei der Explosion sei so groß, dass Menschen auch in weitem Umkreis einfach „verdampfen“, sagte Dr. Sohn. Mit anschaulichem Bildmaterial aus Hiroshima unterstrich er seine Ausführungen. „Weil Kriege eine Eigendynamik haben, die nie kontrollierbar und vorhersehbar sein wird, müssen wir Menschen die Atombomben abschaffen, oder sie schaffen irgendwann uns ab“, so der Friedensaktivist Sohn. In der vorwiegend von Gewerkschafterinnen, Linken und Grünen besuchten Veranstaltung wurde der Atomwaffensperrvertrag ebenso diskutiert wie die Haltung des Bundestags zu Atomwaffen. Dazu führte Dr. Sohn aus, schon der Atomwaffensperrvertrag enthalte das Ziel die Welt perspektivisch atomwaffenfrei zu gestalten. Leider gebe es aber bis heute keinen Abrüstungsplan der diesem Ziel entspreche. Im Gegenteil, es seien immer mehr Länder im Besitz von Atomwaffen. Sicherer werde das Leben auf der Erde dadurch bestimmt nicht. Auch ein Grund warum sich der Bundestag in einem Beschluss eindeutig für eine atomwaffenfreie Welt ausgesprochen hat, so Dr. Sohn. DGB Regionsvorsitzender Frank Firsching hat in der Veranstaltung angekündigt die neuen DGB Räume am Zeughaus zur atomwaffenfreien Zone erklären zu wollen, ganz nach dem Vorbild des alten DGB Hauses in der Wilhelm- Leuschner- Straße.
 
Zurück zu den Radlern. Fünf kamen gestern in Schweinfurt aus Fulda kommend an. Acht starteten heute nach Bamberg. Unter ihnen Wolfgang Ziller, Landesvorstandsmitglied der bayerischen Linken, der die Tour bis zur Zugspitze zu Ende fährt, der Grüne Gregor Schömig, der bis Schonungen begleiten wollte und ein Schweinfurter, der am Infostand angesprochen, die Tagesetappe spontan bis Bamberg mitmacht. Wir wünschen von hier aus vor allem schönes Wetter und eine unfallfreie Fahrt.

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