1. Halbjahr 2010
BOS/FOS Schüler informieren sich beim DGB (30.06.10)
Würzburg. Neun Schülerinnen und Schüler der Franz Oberthür Schule (FOS/BOS) waren am Mittwoch (30. Juni 2010) zu Gast beim DGB in Würzburg. Sie informierten sich während ihres Besuchs über die Situation der „Einkommens- und Vermögensverteilung“ im Land.

Im Rahmen eines Seminars das zwischen der 12. und 13 Jahrgangsstufe angesiedelt ist, ist es die Aufgabe der jungen Erwachsenen eine Seminararbeit zum Thema zu erstellen. Nach einer Vorstellungsrunde machten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Text „Reiche leben über unsere Verhältnisse“ aus der aktuellen DGB Publikation „Streitzeit“ vertraut. In einer Diskussionsrunde wurde der Text besprochen: Der Anteil der Haushalte mit geringem Einkommen stieg demnach von 19 Prozent im Jahr 2004 auf fast 22 Prozent im Jahr 2009. Die Anzahl der Millionäre stieg ebenfalls. Bis 2009 ist ihre Zahl um 11 Prozent auf die 60.100 angewachsen.
 
Mittlerweile besitzen deutsche Millionäre über 31 Prozent des gesamten Finanzvermögens. Die Vermögen der Supperreichen nehmen im Schnitt um acht bis zehn Prozent pro Jahr zu. Dreimal so schnell wie die Gesamtwirtschaft, heißt es in der „Streitzeit“.
 
DGB Sekretär Norbert Zirnsak stellte die politischen Alternativen der Gewerkschaften vor: „Statt Geld zur Sanierung des Staatshaushaltes von den Armen zu holen, bedarf es zum Beispiel der Wiedereinführung der Vermögenssteuer“, sagte er. Sie wurde 1997 abgeschafft und der Staat verliert daher rund 20 Milliarden Euro an Einnahmen, informierte der DGB Sekretär.
 
In einer engagierten und Frage- und Diskussionsrunde gaben Seminarleiter Helmut Radler und DGB Regionssekretär Norbert Zirnsak Antworten: „Gibt es unterschiedliche Interessen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern?“, „Ist der Kapitalismus eine gerechtes Gesellschaftsmodell?“, „Was macht eigentlich der DGB?“, „Sind die Gewerkschaften zu zahm?“ „Wie werden Betriebsräte gegründet?“ und „Warum zahlen die Reichen so wenig Steuern?“, waren einige der Fragen, der gut vorbereiteten Schülerinnen und Schüler.
 
Ein weiterer Schwerpunkt war die Suche nach guten Recherchequellen zum Thema „Einkommens- und Vermögensverteilung“. Norbert Zirnsak und Helmut Radler zeigten Möglichkeiten auf und nannten etwa die Hans Böckler Stiftung als kompetente Adresse in dieser Sache. Auch das globalisierungskritische Netzwerk attac wurde erwähnt, um sich schlau zu machen.



 
 
 
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