2007 bis 2009
Halbjahresbilanz 2008 Ausbildungsstellenmarkt - Die Mehrheit der Bewerber sucht noch
Betriebe nicht aus der Ausbildungsverpflichtung entlassen

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt hat sich verbessert, aber ein Ausbildungsboom ist nicht in Sicht. Statistisch hat es in der Region Main-Rhön einen Zuwachs an 345 Ausbildungsstellen gegeben, dem ein Rückgang an Bewerbern um 295 gegenüber steht. Auf 100 Bewerber kommen in der Region gerade mal 58 Ausbildungsstellen
Kein Grund zur Entwarnung

Es gibt aber keinen Grund Entwarnung. Die Mehrheit der Bewerber sucht noch. In der Region Main-Rhön/Schweinfurt gibt es zurzeit 2795 unversorgte Bewerber, die noch ohne Zusage für eine Ausbildungsstelle und ohne Alternativangebot sind. Es ist also noch Entwicklungspotenzial vorhanden, das die Betriebe jetzt nutzen müssen. Denn das Wehklagen der Wirtschaft über einen Fachkräftemangel gewinne nicht an Glaubwürdigkeit, wenn im Herbst immer noch Jugendliche leer ausgehen oder sich in Übergangsmaßnahmen befänden.

Noch keine rosigen Zeiten

Trotz einer Verbesserung auf dem Ausbildungsmarkt befinden sich Jugendliche alles andere als in rosigen Zeiten. Die „Bugwelle“ der Altbewerber hält sich bayernweit stabil über 40%, ein signifikanter Rückgang – ob durch Ausbildungspakt oder durch andere Programme – ist bisher nicht erfolgt. Zum anderen hängen derzeit 35.000 Jugendliche bayernweit im Übergang zwischen Schule und Ausbildung. Rund 9.000 Jugendliche sind davon in Maßnahmen untergebracht, 13.000 schlagen sich mit Alternativangeboten wie weiterführende Schulen und ähnliches herum, und 12.000 Jugendliche besuchen eine Berufschule nur, weil sie schulpflichtig sind. Solange noch so viele Jugendliche mit Arbeitslosigkeit und verzweifelter Suche nach einer Lehrstelle konfrontiert sind, bleiben Phrasen wie „Ausbildungsboom“ und „Überangebot an Lehrstellen“ nur Spott und Hohn für die junge Generation. Die Betriebe sind weiterhin in der Pflicht, und sie werden daraus auch nicht entlassen.

Halbjahresbilanz 2008
Zurück