DGB-Jugend unterstützt Bildungsstreik am 17.Juni (29.05.09)
Junge Leute zahlen drauf – nicht erst seit die Wirtschaft wackelt. Deshalb ruft ein breites Bündnis aus Studierenden, Schülervertretungen und Gewerkschaften für die Woche vom 15. bis19. Juni zum bundesweiten Bildungsstreik auf.
Geplant sind regionale Demonstrationen und kreative Aktionen, um weitreichende Verbesserungen im Bildungssystem mit Nachdruck einzufordern. Hintergrund ist die katastrophale Situation im Bildungsbereich: zu wenige Lehrer und zu große Klassen in den Schulen. Dazu kommen steigender Leitungsdruck durch die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur und die zunehmende Einführung von Studiengebühren.
ZurückAls DGB-Jugend unterstützen wir den Bildungsstreik 2009 und sagen, es geht um weit mehr als Studiengebühren und G8-Abitur. Spätestens seit den PISA-Studien wissen wir: In kaum einem anderen Industrieland bestimmt die soziale Herkunft den Erfolg im Schulsystem so nachhaltig wie in Deutschland. 45 Prozent der Hauptschüler kommen aus den unteren sozialen Schichten. Dagegen ist der Anteil von Akademikerkindern am Gymnasium mehr als viermal so hoch wie der Anteil von Facharbeiterkindern. Daran zeigt sich, dass gerade Jugendliche aus den unteren sozialen Schichten zu den Bildungsverlierern zählen. Und schlechte Bildungschancen bedeuten schlecht bezahlte und prekäre Jobs.
Deshalb gehören gute Bildung und gute Ausbildung zusammen. Hauptschüler beispielsweise haben kaum eine Chance, direkt einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Fast eine halbe Million Jugendliche verschwinden im Übergangssystem zwischen Schule und Beruf – die meisten von ihnen in Warteschleifen ohne Chancen auf eine qualifizierende Ausbildung. Jeder vierte Betrieb will angesichts der Wirtschaftskrise in diesem Jahr weniger Azubis einstellen, so dass die Zahl der neuen Lehrverträge um bis zu 50.000 sinken könnte. Gerade in der Krise aber muss es darum gehen, junge Menschen weiter auszubilden, statt sie von der Schulbank in die Arbeitslosigkeit zu schicken. Doch nach der Ausbildung geht es weiter: Eine abgeschlossene Ausbildung ist schon lange keine Garantie mehr, danach auch in ein sicheres Beschäftigungsverhältnis übernommen zu werden. Rund die Hälfte der Azubis wird nach der Ausbildung nicht übernommen. Viele Auszubildende finden nach Abschluss ihrer Ausbildung nur Beschäftigung in Leiharbeit, Teilzeit oder Jobs im Niedriglohnsektor. Ausgrenzung zu Beginn des Berufslebens wirkt sich auf das ganze Leben der Betroffenen aus: hohe Hürden für die Rückkehr in die Beschäftigung, mangelnde Berufserfahrung, fehlender Anreiz zu Bildung und soziale Ausgrenzung sind die Folge. Es geht also nicht nur um Studiengebühren, sondern um Chancengleichheit im Bildungs- und Ausbildungsbereich. Bildungsdemo in Würzburg 17.Juni 2009 11 Uhr Neue Universität, Sanderring |
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