DGB Jugend
DGB am See - Sommercamp der DGB-Jugend Bayern am Chiemsee (15.06.09)
Ein Fest des Wiedersehens war das DGB-Aktivencamp in Schützing am Chiemsee. Etwa 100 junge Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus ganz Bayern trafen sich vom 11. bis 14. Juni, um miteinander zu diskutieren und Spaß zu haben. Und so passte das rustikale Panorama der Voralpen hervorragend zum Camp-Motto „Never fight alone“. Denn gemeinsam wurden die Zelte aufgeschlagen, gemeinsam wurde gekocht und gemeinsam wurde am Lagerfeuer gesungen und gefeiert.


Dabei kam natürlich auch die inhaltliche Diskussion nicht zu kurz. Ob Wirtschaftskrise, Neofaschismus oder duale Berufsausbildung – die Diskussionen in den Workshops waren spannend und umrissen das politische Spektrum gewerkschaftlicher Jugendarbeit. So müsse einerseits gerade in der Krise auf die Qualitätssicherung und Übernahme bestanden werden, um jungen Arbeitnehmern eine Berufs- und Lebensperspektive zu geben. Und weil andererseits vor dem Hintergrund wachsender Jugendarbeitslosigkeit und Ausbildungsmangel auch Neofaschisten versuchten, die sozialen Ängste insbesondere junger Menschen aufzugreifen, ist der Kampf gegen Rassismus und Ausgrenzung nach wie vor ein zentrales Thema der DGB-Jugend.

Eine kleine Besonderheit war das Zeitzeugengespräch am Samstagabend mit dem Bezirksvorsitzenden des DGB Bayern Fritz Schösser, mit Michael Bergmann und mit Hermann Gilbhard. Ausgehend von der Studierendenbewegung 1967/ 68 und der Lehrlingsbewegung 1969 gaben die drei Politveteranen einen Überblick über 40 Jahre gewerkschaftliche Jugendarbeit mit all ihren Höhen und Tiefen. Und in der gemeinsamen Diskussion schälten sich dann die aktuellen Probleme bei der Arbeit heraus. Ob Jugendarbeitslosigkeit, Ausbildungsplatzmangel oder die Verschulung des Studiums an den Hochschulen – die politischen Rahmenbedingungen individualisieren und entfremden. Das macht die politische Jugendarbeit notwendiger, aber auch schwieriger.

Fazit des Camps könnte der Aufruf von Heike Kaufmann sein. Die Jugendsekretärin der NGG Bayern rief in einem Workshop dazu auf, dass nur der gemeinsame Protest verhindern könne, dass die Krise auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abgewälzt wird. Deshalb dürfe man nach der gemeinsamen Demonstration am 16. Mai nicht stehenbleiben, sondern müsse eine Perspektive entwickeln, wie es weiter geht. „Der Aktionstag der IG Metall am 5. September muss deshalb zum Aktionstag aller acht DGB-Gewerkschaften werden“, forderte Kaufmann

Nach vier Tagen war das Camp viel zu schnell vorbei. Die Zelte wurden abgebaut und die Heimreise angetreten. Die Kämpfe gegen die Auswirkungen der Krise gehen weiter.

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