Fritz-Soldmann-Urkunde
Fritz- Soldmann- Urkunde geht an Kitzinger Georg Mahlmeister (13.10.10)
Kitzingen. Laudator Gert Söhnlein nannte ihn Kitzingens Herbert Wehner, der gefürchteten Zwischenrufe im Stadtrat wegen, dem Georg Mahlmeister 24 Jahre lang angehörte. Die Fritz- Soldmann- Urkunde der DGB Region Schweinfurt- Würzburg erhielt der Kitzinger, der im Schweinfurter Kufi schaffte, jedoch insbesondere aufgrund seines gewerkschaftlichen Engagements.
 „Heute macht die schwarz- gelbe Regierung eine Politik, die uns 100 Jahre zurückwirft.“, sagte der Geehrte in seiner Dankesrede. Mahlmeister nannte insbesondere die Gesundheitspolitik der FDP, die Solidarität zerstöre. Frei nach Fritz Soldmann, der 1919 in Schweinfurt die Revolution ausrief empfahl er den Gewerkschaften „über das Mittel des politischen Streiks ernsthaft nachzudenken“. Georg Mahlmeister würdigte die Ehrung und die Gratulationen dazu mit einer politischen Rede, die mehrfach von Beifall unterbrochen wurde. Der DGB Regionsvorsitzende vom bayerischen Untermain und langjähriger Weggefährte von Georg Mahlmeister, Gert Söhnlein, zog die Parallelen zwischen Soldmann und Mahlmeister. Ebenso wie Soldmann sei Mahlmeistersein Leben lang Sozialdemokrat und Gewerkschafter gewesen, habe mit seiner Meinung nie hinter dem Berg gehalten und immer den geraden Weg gesucht, ohne Tricks und Hinterhältigkeiten. Dazu eine enorme Verlässlichkeit, das seien die Tugenden von Georg Mahlmeister, dem laut Söhnlein diese Urkunde völlig zu recht verliehen werde.

Georg Mahlmeister trat 1965 in die IG Metall ein und war stets gewerkschaftlich aktiv. Von 1993 bis ins Jahr 2008 leitete Mahlmeister das DGB Ortskartell Kitzingen. „Wer weiß, ob es ohne dein Durchhaltevermögen heute einen DGB Kreisverband gäbe“, meinte Söhnlein. Mahlmeister war auch der Vater der Kabarettabende, die in Kitzingen jeweils am Abend vor dem 1. Mai stattfinden. Heute in Kooperation von DGB und VHS.

DGB Regionsvorsitzender Frank Firsching überreichte Georg Mahlmeister die Fritz- Soldmann- Urkunde vor etwa 30 Festgästen aus Gewerkschaften und Politik. Unter ihnen beispielsweise MdB Frank Hofmann (SPD), die ehemalige Landtagsabgeordnete Karin Radermacher (SPD), Moderator Gerhard Heß (DGB Kreisvorsitzender) und die Sozialsekretärin des kda, Evi Pohl.

In seiner Rede zur Fritz- Soldmann- Urkunde beschrieb Firsching die gewerkschaftliche Idee einer freien, gleichen und gerechten Gesellschaft, für die Soldmann stritt und Mahlmeister immer noch streitet. Trotz 150jährigen Kampfes seien diese Ideale noch lange nicht verwirklicht, wie der DGB Regionschef anhand praktischer Beispiele einleuchtend belegte. So fragte Firsching beispielsweise ob es gerecht sei zukünftig 37 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung mit dem Durchschnittsverdienst einzahlen zu müssen, um dann eine Rente auf Grundsicherungsniveau zu erhalten, auf die ohnehin jeder Anspruch habe. Oder ob ein Hartz IV- Empfänger die Freiheit hat ein Jobangebot abzulehnen, obwohl nur ein Hungerlohn bezahlt wird.

Firsching geißelte insbesondere die neoliberale Angebotspolitik, die dafür sorge, dass die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich immer schneller voranschreite. „So wie es aussieht, lieber Georg, haben wir auch in den nächsten 150 Jahren genug zu tun. Um dabei erfolgreich zu sein, braucht es Kollegen wie dich. Ich gratuliere dir auch im Namen des DGB Vorsitzenden Michael Sommer zur Verleihung der Fritz- Soldmann- Urkunde. Herzlichen Glückwunsch.“

Die Veranstaltung wurde musikalisch gekonnt von der Musikschule Kitzingen umrahmt und fand ein würdiges Ambiente im Rathaussaal der Stadt.

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