Fritz-Soldmann-Urkunde
Baugewerkschafter Karl Krebs vom DGB ausgezeichnet (01.10.10)
Schweinfurt. Im neuen Gewerkschaftszentrum wurde Baugewerkschafter Karl Krebs mit der Fritz- Soldmann- Urkunde vor etwa 60 Gästen geehrt. Der 70jährige Krebs erhielt die höchste Auszeichnung der DGB Region Schweinfurt- Würzburg aus den Händen von Regionsvorsitzenden Frank Firsching als 10. Preisträger.  
 Unter den Gratulanten waren neben vielen Weggefährten auch der IG BAU Regionalleiter Franken, Hans Beer, das Urgestein der Baugewerkschaft und ex- MdL Werner Hollwich, der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Peter Kippes, sowie Schwebheims Bürgermeister Hans Fischer, der „als Freund und Genosse dem unbeirrten, aufrechten Gewerkschafter Karl Krebs im Namen seiner Heimatgemeinde gratulierte“.
Karl Krebs, in Goldbach bei Aschaffenburg geboren, kam nach einigen Stationen als Nachwuchssekretär 1979 nach Schweinfurt zur IG Bau- Steine- Erden, wo er zum Bezirkssekretär gewählt wurde. Zuvor studierte Krebs an den Sozialakademie in Dortmund. Im Bezirk Schweinfurt der IG Bau- Steine- Erden machte sich Krebs schnell einen Namen als einer, der sein Fähnchen nicht in den Wind hängt, sondern tapfer seine Position verteidigt. Krebs war in der Gewerkschaftsfamilie ebenso beliebt, wie bei den Kollegen auf den Baustellen, denen er half wo immer er konnte. „Mein Herz schlägt links“, so Laudator Beer, sei die konstante Antwort von Karl Krebs gewesen, wenn seine Meinung wieder einmal vom Mainstream abwich.
Krebs selbst nahm die würdige Ehrung gerührt entgegen. In seiner Rede ließ er es sich nicht nehmen, den Kollegen ins Stammbuch zu schreiben, dass die Solidarität untereinander die Voraussetzung ist gemeinsam erfolgreich zu sein. Der aktive Rentner Krebs schilderte die schwierige Situation seiner Gewerkschaft, da am Bau in Deutschland von ehemals über drei Millionen Beschäftigte nur noch etwa 500 000 übrig seien. „Wir können stolz sein über alles Erreichte, wissen aber auch, dass wir uns als kleine Gewerkschaft ständig verändern müssen um im Überlebenskampf zu bestehen.“
 
Die Fritz- Soldmann- Urkunde wird von der DGB Region an höchstens drei Personen im Jahr vergeben, die sich „in herausragender Weise für humane Werte wie soziale Gerechtigkeit, Solidarität und den Aufbau gewerkschaftlicher Strukturen zur Durchsetzung dieser Werte verdient gemacht haben. Karl Krebs ist erst der 10. Preisträger der Fritz- Soldmann Urkunde, wie Frank Firsching betonte.

Fritz Soldmann war einer der Gründerväter der Schweinfurter Gewerkschaftsbewegung. Er kam 1903 nach Schweinfurt, arbeitete in der Schuhfabrik Heimann und trat dort als Organisator von Streiks in Erscheinung. Soldmann leitete später das gewerkschaftliche Arbeitersekretariat in Schweinfurt. Der Sozialdemokrat war 20 Jahre lang Mitglied des Stadtrats, von 1920- 24 und von 1930 -33 Abgeordneter im Reichstag. Gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz konnte der gebürtige Lübecker 1933 nicht mehr stimmen, da er schon von den Nazis gefangen genommen und inhaftiert war. Nach Jahren in Gefängnissen und Konzentrationslagern wurde Soldmann am 11. April 1945 von den US- Truppen aus dem KZ Buchenwald befreit. Der Gewerkschafter und Demokrat Soldmann starb an den Folgen der jahrelangen KZ- Haft am 31. Mai 1945.
„Der Lebenslauf von Fritz Soldmann zeigt die Würde dieser Auszeichnung, die unser DGB Bundesvorsitzender Michael Sommer unterzeichnet hat. Lieber Karl, du hast sie dir redlich verdient. Herzlichen Glückwunsch.“, sagte DGB Regionschef Frank Firsching bei der Übergabe.

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