Fritz-Soldmann-Urkunde
Fritz Soldmann ein ehrendes Gedenken (01.06.2008)
Nur wenige Wochen nach der Befreiung aus dem Konzentrationslager Buchenwald ist Fritz Soldmann am 31. Mai 1945 gestorben. Am Sonntag legten Vertreter der Initiative „Denkmal Fritz Soldmann“ am Grab des vor 130 Jahren geborenen Ex-Landtags-, -Reichstagsabgeordneten und Bürgermeisters von Schweinfurt Blumen nieder.
Vor zirka 70 großteils Gewerkschaftern – unter Ihnen DGB- Regionsvorsitzender Frank Firsching, Schaeffler Betriebsratschef Norbert Lenhard und die Fritz- Soldmann Urkundenträgerin Rosl Pflaum, Willy Schütz und Günther Selig. Sozialdemokraten und Linken nannte Mitinitiator Klaus Hofmann (Initiative gegen das Vergessen) den geplanten Standort des Denkmals: Es soll Anfang 2009 an der Ecke Luitpold-/Cramerstraße enthüllt werden, wo einst der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund seinen Sitz hatte. Soldmann wirkte dort als Arbeitersekretär. Der in Schweinfurt bekannte Ostheimer Künstler Jan Polacek hat einen Rohentwurf bereits gefertigt.



Wie Soldmann hätten viele andere Verfolgung erlitten, ihr Leben verloren, weil sie sich auflehnten gegen die Barbarei des Faschismus, sagte Klaus Hofmann. Namentlich nannte er den Gewerkschafter Georg Groha, den Sozialdemokraten Otto Hub, den Kommunisten Karl Braun und den Syndikalisten Wilhelm Weber. Soldmann solle ein Denkmal gesetzt werden, „weil es sich lohnt an seine Einstellung und Tätigkeit zu erinnern“. Er habe Werte wie demokratische Haltung, Einsatz und Solidarität für und mit anderen verkörpert, sich falschen Idealen widersetzt, auch auf die Gefahr von Verfolgung hin.

Das Denkmal solle dazu beitragen, die Katastrophe des Faschismus im Bewusstsein zu halten und durch Vermittlung von Hintergrundwissen vor allem an junge Menschen über das erstarkende rechte Denken aufzuklären. Es sei Erinnerung an einen bedeutenden Schweinfurter, der, hätte er überlebt, vielleicht Schweinfurts erster OB nach dem Krieg geworden wäre. Hofmann forderte, Soldmann posthum in die Liste der Ehrenbürger der Stadt aufzunehmen. „Er hat es verdient“. Klaus Hofmann betonte ausdrücklich die Initiative für das Denkmal wolle überparteilich arbeiten.

Zuvor zeichnete SPD-Vorsitzende Kathi Petersen den Lebensweg Soldmanns nach. „Sein Schicksal berührt uns“, sagte sie. Er habe Widerstand leisten können, weil er die Fähigkeit hatte, „von sich selbst abzusehen“. Er habe für Frieden, Freiheit und eine bessere Zukunft gekämpft. Eine solche Sichtweise könnte auch unser aller Blick weiten. Um die Finanzierung des Denkmals zu sichern, bat Petersen um weitere Spenden. Die sind vom DGB schon zugesagt. Wie vom Regionsvorsitzenden Frank Firsching bestätigt, spendet der DGB insgesamt 1000 Euro für das Vorhaben. Die eine Hälfte davon kommt nach der Zusage von Fritz Schösser vom DGB- Bezirk Bayern, die Zuweisung der anderen Hälfte beschloss der DGB- Regionsvorstand in seiner letzten Sitzung.

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