Denkmal für Fritz Soldmann enthüllt (15.03.09)
Wesentliches Gestaltungsmerkmal des Fritz-Soldmann-Gedenksteins ist eine aufgebrochene Kugel. Sie versinnbildlicht das Auseinanderbrechen der Welt, die Zerstörung der demokratischen Gesellschaftsform durch Faschismus und Nationalsozialisten. Auf ihr sind demonstrierende Menschenmassen, Fahnen, Aufruhr zu sehen, die zu Soldmanns Zeiten an der Tagesordnung waren. Am Sonntagvormittag ist die vom Bildhauer Jan Polacek (Ostheim/Rhön) geschaffene Bronzeplastik an der Ecke Luitpold-/Sattlerstraße vor über 200 Teilnehmern enthüllt worden.
Gewerkschafter mit IG-Metall-Bezirkschef Werner Neugebauer, Genossen mit Alt- OB Kurt Petzold und MdB Frank Hofmann an der Spitze, Stadt-, Kreis- und Gemeinderäte Lenhard bewertete die auf einem Muschelkalk-Podest stehende Bronze gegenüber dem einstigen Gewerkschaftshaus und zugleich SPD-Büro als „sichtbares Zeichen für unsere Geschichte“. Man befinde sich somit auf Augenhöhe mit dem Bürgertum, dem es stets wichtig war und ist, seinen Stolz mit Denkmälern auszudrücken. Die Bronze solle aber auch Anlass zum Nachdenken über das Heute sein. Ausdrücklich dankte Lenhard den rund 70 Spendern und Polacek für sein preisliches Entgegenkommen. „Es ist mir eine besondere Ehre, dass ich dieses Denkmal eines Vorkämpfers für Freiheit und Gleichheit der Menschen gestalten durfte“, sagte Polacek. Das Relief im unteren Teil zeigt die Welt auf den Stahlträgern der Industrialisierung. Polacek visualisiert das „Räderwerk“ einer Entwicklung, die von den Menschen „nicht zu stoppen war oder nicht gestoppt werden wollte“, wie er es formulierte. Er habe die Kernsätze Soldmanns in Metall gegossen: Es lebe die bayerische Republik. Es lebe der Friede. Gegen den Lebensmittelwucher. 8 Stunden Tag. Allgemeines, gleiches Wahlrecht. Gegen den Faschismus. KZ Buchewald, Häftlingsnummer 9992. Abschließend wünschte Frank Firsching dem Denkmal die Aufmerksamkeit, die es verdient, „in einer Stadt die mit der Arbeiterbewegung tief verwoben ist“. Das Klarinetten-Ensemble der Musikschule trug zum Gelingen der Feier bei. |
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Selbst Vollzeitarbeit schützt nicht vor Armut. Nach einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung arbeiten 32 % aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland im Niedriglohnbereich.
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