Fritz-Soldmann-Urkunde
Bad Kissingen. Der langjährige stellvertretende Vorsitzende des DGB Ortsverbandes Bad Kissingen ist vom DGB Regionsvorsitzenden Frank Firsching mit der Fritz- Soldmann- Urkunde ausgezeichnet worden. Gut 70 Festgäste, unter ihnen Bad Kissingens Oberbürgermeister Kay Blankenburg, erlebten eine würdige Feierstunde im Hotel Dösch.
Es war eine beeindruckende Veranstaltung an diesem Dienstagabend in der guten Stube der Stadt Schweinfurt, der großen Rathausdiele. Der ehemalige 1. Bevollmächtigte der IG Metall Schweinfurt, Gerhard Tollkühn wurde für sein Lebenswerk mit der höchsten Auszeichnung der DGB Region Main- Rhön/ Schweinfurt, der Fritz- Soldmann- Urkunde geehrt.
Wesentliches Gestaltungsmerkmal des Fritz-Soldmann-Gedenksteins ist eine aufgebrochene Kugel. Sie versinnbildlicht das Auseinanderbrechen der Welt, die Zerstörung der demokratischen Gesellschaftsform durch Faschismus und Nationalsozialisten. Auf ihr sind demonstrierende Menschenmassen, Fahnen, Aufruhr zu sehen, die zu Soldmanns Zeiten an der Tagesordnung waren. Am Sonntagvormittag ist die vom Bildhauer Jan Polacek (Ostheim/Rhön) geschaffene Bronzeplastik an der Ecke Luitpold-/Sattlerstraße vor über 200 Teilnehmern enthüllt worden.
„Überzeugter Sozialdemokrat, erfolgreicher Gewerkschaftsführer, Kommunalpolitiker in schwerer Zeit, bedeutender Schweinfurter und vor allem Demokrat mit Leib und Seele“. So beschrieb Alt-OB Kurt Petzold den ehemaligen Stadtrat, Reichstagsabgeordneten und dritten Bürgermeister Fritz Soldmann in einer Feierstunde am Mittwochabend in der Rathausdiele.
Nur wenige Wochen nach der Befreiung aus dem Konzentrationslager Buchenwald ist Fritz Soldmann am 31. Mai 1945 gestorben. Am Sonntag legten Vertreter der Initiative „Denkmal Fritz Soldmann“ am Grab des vor 130 Jahren geborenen Ex-Landtags-, -Reichstagsabgeordneten und Bürgermeisters von Schweinfurt Blumen nieder.
Am 31. Mai 1945 – kurz nach dem Ende des Krieges und der Befreiung von Diktatur und Faschismus - starb Fritz Soldmann 67-jährig nach jahrelanger KZ-Haft an den Folgen der Quälereien und Verfolgungen.
„Liebe Rosl, Du bist wieder mal die erste, die erste Frau die mit der Fritz- Soldmann- Urkunde ausgezeichnet wird“, sagte DGB- Regionsvorsitzender Frank Firsching bei seiner Rede während der Ehrung am 17.April in Eltmann. Die ehemalige Betriebsratsvorsitzende von FAG Eltmann wurde „für ihr langjähriges soziales Wirken in Gewerkschaft und Gesellschaft“ mit der höchsten Auszeichnung der DGB- Region Main- Rhön/ Schweinfurt bedacht.
Fritz Soldmann wurde 1878 als Sohn des Schneidermeisters Karl Soldmann in Lübeck geboren. Nach dem Besuch der Volksschule erlernt er das Schuhmacherhandwerk. Als Geselle begab er sich auf die Wanderschaft, die ihn auch ins Ausland führte, so nach Dänemark, Holland, Schweiz und Südfrankreich. In dieser Zeit besuchte er auch in den Abendstunden die Volkshochschulen in Chemnitz, Dresden, Leipzig und München. Auf der Wanderschaft beteiligte er sich in einigen Städten an der Gründung von Ortsgruppen des Schuhmacherverbandes. Verschiedentlich wurde er wegen Organisieren von Streiks im Auftrag des Schuhmacherverbandes von Arbeitgebern gemaßregelt und nicht wieder eingestellt.
Präambel

Es wird merklich kälter im Land. Soziale Errungenschaften werden infrage gestellt. Unternehmensverbände, Politiker und Wissenschaftler postulieren unter heftigem Beifall der Medien die Beschneidung der sozialen Gerechtigkeit zur Chancengleichheit- wohl wissend, dass es diese nicht geben wird.