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DGB: Langzeitarbeitslosigkeit in Bad Kissingen verfestigt sich (01.12.11)
Im Landkreis Bad Kissingen sind mehr als zwei Drittel der arbeitslosen Hartz IV-Empfänger/innen länger als ein Jahr arbeitslos. Vorangehende Zeiten der Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung sind dabei nicht einmal einbezogen.

Trotz noch relativ guter Konjunktur in der Region hat sich die Langzeitarbeitslosigkeit im Hartz IV-System nach Berechnungen des DGB deutlich erhöht. So waren im Dezember 2010 bereits 70,9 % der erwerbsfähigen Hilfeempfänger/innen langzeitarbeitslos, während es im Vorjahr noch 63,4 % waren. Sie konnten nach Einschätzung des DGB auch sechs Jahre nach Errichtung des Hartz IV-Systems nicht von der wirtschaftlichen Belebung profitieren. „Es ist ein Irrtum, wenn die Bundesregierung meint, bei sinkender Arbeitslosigkeit werde auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen automatisch zurückgehen.“ sagt der DGB-Vorsitzende der Region Schweinfurt-Würzburg, Frank Firsching. Es sei sehr bedauerlich, dass die Langzeitarbeitslosigkeit sich weiter verfestigt, dies werde von der Regierung komplett ignoriert.

Bedrückend sei insbesondere die hohe Zahl jener Hartz IV-Empfänger, die seit mehr als zwei Jahren arbeitslos sind. Mehr als die Hälfte (55,3 %) aller arbeitslosen Hilfeempfänger/innen im Landkreis Bad Kissingen zähle zwischenzeitlich zu diesem harten Kern der Langzeitarbeitslosen, gegenüber 49,7 % ein Jahr zuvor. „Soziale wie arbeitsmarktpolitische Probleme zementieren sich zunehmend“, so der Vorsitzende des DGB-Ortsverbands Bad Kissingen, Gerhard Klamet.

Gleichzeitig hätten sowohl die Arbeitsagenturen als auch die Hartz IV-Stellen weniger Geld eingesetzt, um diesen Menschen qualifiziert bei der beruflichen Eingliederung zu helfen. Im nächsten Jahr drohen insbesondere im Hartz IV-System weitere Kürzungen. Dies wirkt sich negativ auf die Zahl der geförderten Arbeitslosen aus.

"Das Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen von Arbeitslosen, das gerade von Bundestag und Bundesrat verabschiedet wurde, ist ein Etikettenschwindel", sagt Gerhard Klamet. Das Gesetz enthalte keine einzige innovative Maßnahme zur Verbesserung der Eingliederung von Langzeitarbeitslosen. Es bestehe das Risiko, dass Hilfen noch weit mehr auf eher leichter zu vermittelnde Arbeitssuchende konzentriert werden.

Nach Einschätzung des DGB-Regionsvorsitzenden Frank Firsching gibt die wirtschaftliche Entwicklung Anlass zur Sorge. So sei die Weltwirtschaft sehr instabil; die Finanz- und Schuldenkrise sei eine schwere Belastung für den Arbeitsmarkt. Nach den optimistischen Prognosen der Bundesregierung und einem Wirtschaftswachstum von real 1 Prozent für das kommende Jahr wird sich die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Schweinfurt 2012 nahezu auf dem Niveau dieses Jahres bewegen. Angesichts der außerordentlich großen wirtschaftlichen Unsicherheit könne eine deutlich schlechtere Entwicklung aber keinesfalls ausgeschlossen werden. Ein auch nur leichtes Schrumpfen der Wirtschaft um bundesweit 0,2 Prozent könnte nach Einschätzung des DGB die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Schweinfurt um etwa 300 über das Niveau dieses Jahres steigen lassen. Im Jahresdurchschnitt 2011 wird die offizielle Arbeitslosenzahl nach Schätzungen des DGB bei voraussichtlich ca. 8.800 Personen liegen. Zu berücksichtigen sei dabei, dass sowohl in diesem wie dem kommenden Jahr der örtliche Arbeitsmarkt demografisch eher entlastet wird, weil mehr Ältere aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden, als Junge ins Erwerbsleben eintreten.

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