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Informationsgespräch mit der Agentur für Arbeit (18.06.10)
Würzburg. Zu einem Informationsaustausch trafen sich die Mitglieder des Würzburger DGB-Kreisvorstandes am vergangenen Mittwoch (16.06.2010) mit Eugen Hain, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Würzburg.

Am Gespräch nahmen auch der Geschäftsführer Operativ, Achim Schnabel, und der Personalratsvorsitzende Rigobert Scholer teil. Eugen Hain gab eingangs einen Überblick über die Situation am örtlichen Arbeitsmarkt. Der Agenturbezirk Würzburg – bestehend aus den Landkreisen Kitzingen, Main-Spessart, Stadt und Landkreis Würzburg – ist nicht zuletzt aufgrund des breiten Branchenmix gut durch die Krise gekommen. Insbesondere die Stadt Würzburg ist mit ihrem hohen Dienstleistungsanteil bzw. den großen „öffentlichen“ Arbeitgebern Universität (Klinikum), Stadtverwaltung und Kirche vom Personalabbau kaum betroffen gewesen.

Im Agenturbezirk Würzburg liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei 3,9 Prozent. Im Landkreis Würzburg sei die aktuelle Arbeitslosenquote mit 3,2 Prozent die niedrigste in Unterfranken. In der Stadt selbst ist eine Quote von 5,5 Prozent zu verzeichnen. Der Anteil der Arbeitslosen, die auf Hartz IV angewiesen sind, liegt in der Stadt Würzburg bei 63,8 Prozent. Vergleichsweise beträgt der Bundesdurchschnitt hier 68 Prozent. Die niedrigste Quote im Bereich SGB II verzeichnet aktuell der Landkreis Kitzingen mit 43,9 Prozent.

Engagiert vertrat Eugen Hain die Auffassung, der Jugendarbeitslosigkeit mit gezielten Projekten zu begegnen. Dies muss bereits bei der Berufswahl beginnen. Beispielhaft nannte er die „Vertiefte Berufsorientierung“ für Schülerinnen und Schüler. Die Finanzierung dieses Projektes, das flächendeckend an fast allen Hauptschulen, vielen Realschulen und sogar an einigen Gymnasien eingerichtet ist, ist noch bis Juli 2011 gesichert. Wie es dann weiter geht, bleibt abzuwarten. Der Agenturchef nannte die gefundene Finanzierungsform – eine Hälfte zahlt der Bund, die andere der örtliche Schulaufwandsträger – „wegweisend“. Darüber hinaus steuern auch „Dritte“, wie zum Beispiel die Handwerkskammer für Unterfranken aber auch Fördervereine an Schulen, Eigenmittel bei. Eugen Hain forderte, an die verantwortlichen Stellen gewandt, mehr Planungssicherheit, um derart erfolgreiche Projekte fortsetzen zu können.

Rigobert Scholer, Personalratsvorsitzender der Würzburger Arbeitsagentur, beklagte im weiteren Verlauf eine Tendenz zu befristeter Beschäftigung in der Arbeitsagentur selbst. Den DGB bat er, sich dafür stark zu machen, dass ordentliche Arbeitsverträge in den Arbeitsagenturen abgeschlossen werden. „Befristungen begegnen uns in der Personalratsarbeit als ein großes Problem“, sagte Scholer.

Eugen Hain und Achim Schnabel gingen am Ende auf die Diskussionsbeiträge der DGB-Vertreter ein. Die fragten nach der Situation älterer Arbeitsloser, nach Bürgerarbeit, den Stand der Dinge in Sachen private Arbeitsvermittler und Leiharbeit. Werner Nawarotzky, der stellvertretende DGB-Kreisvorsitzende bewertete in einer Schlussrunde die arbeitsmarktpolitischen Entscheidungen im Rahmen des Sparpaketes der Bundesregierung: „Das Sparpaket hat über vier Jahre ein Volumen von 80 Mrd. Euro. 30 Mrd. Euro sollen die Arbeitslosen zahlen. Damit werden genau die zur Kasse gebeten, die überhaupt nichts für die Finanzkrise können und die Verursacher der Krise werden schlicht geschont“, sagte Nawarotzky.

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