Schleichende Abwertung der Pflegeberufe (29.07.10)
„Den Gewerkschaften die Schuld für niedrige Löhne zuzuschieben, ist wie die Eisbären für die Klimaerwärmung verantwortlich zu machen“, sagt DGB- Regionsvorsitzender Frank Firsching an die Adresse von CSU Kreisrat Hubert Braun gerichtet.
Die Niedriglohnideologie hat in den letzten 15 Jahren die jeweiligen Regierungen infiziert. Eine neoliberale Deregulierungspolitik brachte infolge Instrumente hervor, deren einziges Ziel Lohnsenkung sei. Eines davon: Die Leiharbeit. Ein Anderes: Ausgliederung.
ZurückDer Landkreis Schweinfurt will jetzt beide kombinieren, um die Kosten, also die Löhne in seiner Geomed-Klinik und dem Wernecker Pflegeheim dauerhaft und spürbar zu senken. „Die Kombination aus eigener Leiharbeitsfirma und Servicegesellschaft hat eine neue negative Qualität“, so Firsching. So sollen auch die Pflegeberufe in den Niedriglohnsektor hineingerissen werden, dem gilt vordringlich unsere Kritik“. Gleichwohl sieht der DGB- Regionschef auch andere Servicegesellschaften als Lohndrückinstrument kritisch. Ebenso die Leopoldina Service GmbH. Von Arbeitnehmerüberlassung, also Leiharbeit sei diesbezüglich allerdings nichts bekannt. Mit der Einbeziehung der Leiharbeit in die Servicegesellschaft leistet der Landkreis Schweinfurt nach Ansicht des DGB Vorschub zur „schleichenden Abwertung der Pflegeberufe“. Die Verleihung von Personal sei Ausdruck von Nichtbeachtung der Leistung der Beschäftigten in der Pflege. „Man glaubt mit Lohnkürzungen seien alle Probleme gelöst“. Das Gegenteil ist der Fall: „Eine Lohnsenkungspolitik verhindert Innovationen, weil Verantwortliche der Illusion hinterherlaufen, alles Nötige ist damit getan“, teilt der DGB mit. Um die Problematik des Lohndumpings und damit des unsinnigen Kostensenkungswettbewerbs in den Griff zu bekommen, braucht es laut Firsching allgemeingültige Tarifverträge und starke Gewerkschaften. Im Fall des Landkreises kündigt der Gewerkschafter an, mit Landrat Leitherer und der zuständigen Gewerkschaft ver.di ins Gespräch kommen zu wollen. Pressemeldung zum Download |
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Selbst Vollzeitarbeit schützt nicht vor Armut. Nach einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung arbeiten 32 % aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland im Niedriglohnbereich.
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