Pressemitteilungen 2007
DGB verwundert über OB Grieser (27.09.2007)
DGB- Regionsvorsitzender Frank Firsching zeigte sich verwundert über die Aussage von Schweinfurts Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser zur Ausbildungsstellensituation für Jugendliche.

Wie die örtliche Presse berichtete, behauptete OB Grieser anlässlich der Freisprechungsfeier der Handwerkskammer dass jeder Jugendliche, der ausbildungswillig und –fähig sei, auch einen Platz finde. Wer das nicht schaffe, habe Defizite.

Dazu Firsching: „Wer soll diesen Quatsch ernst nehmen, wenn im Agenturbezirk Schweinfurt je 100 BewerberInnen gerade mal 55 betriebliche Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen? Der Logik von Frau Grieser entsprechend hätten demnach mindestens 45% aller BewerberInnen in der Region Schweinfurt Defizite. Für sie gibt es faktisch keinen betrieblichen Ausbildungsplatz.“ Zu Beginn der Amtszeit von Frau Grieser, im Beratungsjahr ´92/´93 standen für 3857 BewerberInnen insgesamt 5412 betriebliche Ausbildungsstellen zur Verfügung. Macht ein Verhältnis von etwa 140 Stellen je 100 BewerberInnen. Zu dieser Zeit mochte die Aussage der Oberbürgermeisterin Gültigkeit haben. Wir schreiben aber das Jahr 2007 und das Verhältnis zwischen Stellen und AusbildungsplatzbewerberInnen ist genau umgekehrt. Im August standen für 5813 junge Ausbildungssuchende lediglich 3189 Stellen zur Verfügung. Positiv für die Betriebe, da sie sich die Besten aussuchen können- negativ für die Jugendlichen, da viele angebotsbedingt nicht unterkommen.

„Aus dieser marktspezifischen Tatsache zu schließen alle Jugendlichen, die in Schweinfurt keinen Ausbildungsplatz finden seien selber schuld ist eine Unverschämtheit gegenüber den jungen Menschen, die sich oft erfolglos um eine Stelle bewarben“, so der DGB- Chef.

Wer sich ernsthaft mit dem Ausbildungsmarkt beschäftigt wird feststellen, dass in Fachkreisen seit Jahren von sogenannten „Marktbenachteiligten“ gesprochen wird. Das sind Jugendliche, die ausbildungswillig und auch –fähig sind, aufgrund der Defizite an Ausbildungsstellen aber leer ausgehen. „Bei allem Verständnis für die herrschende Rankingeuphorie sollte nicht so getan werden als sei am Ausbildungsstellenmarkt alles in Butter.“

Jugendliche mit Defiziten, die es sicherlich auch gibt, müssen gefördert und unterstützt werden. Dazu gibt es Instrumente, die über die Agentur für Arbeit auch genutzt werden. Das Problem der fehlenden Ausbildungsstellen wird damit allerdings nicht behoben.

Pressemitteilung zum Download

 

 

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