Pressemitteilungen 2007
DGB: „Alle am Aufschwung teilhaben lassen!“ - Firsching mit Jahresbilanz unzufrieden (21.12.2007)
Der DGB will „alle Bürgerinnen und Bürger am Wirtschaftsaufschwung teilhaben lassen“, so DGB- Regionsvorsitzender Frank Firsching in einer Pressemitteilung.
21.12.2007 

Dazu sei es notwendig in der Tarifpolitik wieder offensiver zu agieren und die Politik zu mehr sozialer Gerechtigkeit zu bewegen. „Wenn die Preissteigerung inzwischen über 3% beträgt, die Arbeitnehmerentgelte nur um knapp 2% steigen, die Rentner eine Erhöhung von 0,54% zugesprochen bekommen und der Hartz VI- Regelsatz nach drei Jahren erstmals um 2 € steigt, haben wir ein weiteres Jahr der Reallohnverluste hinter uns. In einem Aufschwung ist das unerträglich.“, so der DGB- Chef.

Besonders kritisch sieht Firsching die steigende Zahl der sogenannten „Hatz IV- Aufstocker“, die neben ihrem Lohn noch auf Sozialleistungen angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Im Frühjahr 2007 wurden 839 Menschen in Stadt und Landkreis Schweinfurt gezählt, die zwar einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgingen, aber dennoch nicht genug zum Leben hatten. Das sind 2,2% aller 58313 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, in Stadt und Landkreis Schweinfurt wohnhaft. Im Sommer 2005 lag dieser Anteil hingegen erst bei 0,6% der Beschäftigten (Lkr. Schweinfurt). Hinzu kommen 1073 Personen die neben einem Mini- Job ergänzende Leistungen beziehen. Firsching sieht insbesondere die Beschäftigten im Niedriglohnsektor von der Einkommensentwicklung abgekoppelt.

Dass es auch anders geht zeigen die guten Tarifabschlüsse des Jahres 2007, insbesondere in der Metall- und Elektroindustrie mit 4,1%, von der in der Region Main- Rhön immerhin etwa 27900 Beschäftigte profitieren. Ebenso positiv sieht der Regionsvorsitzende das Tarifergebnis von 4,5% der DGB- Bahngewerkschaft Transnet, das zum 01.01.2008 umgesetzt wird, wirksam auch im Geldbeutel der Lokführer.
Schwierigkeiten gute Tarifabschlüsse durchzusetzen sieht Firsching „in den Bereichen, in denen wir nicht genügend Mitglieder haben, um den notwendigen Druck auszuüben“. Insgesamt bleibt für Firsching klar: „Je mehr Beschäftigte sich der Gewerkschaft anschließen, desto höher ist letztlich der Lohn, bzw. das Gehalt. Eine Binsenweisheit, wissenschaftlich belegt.“


Für 2008 wird es für die Gewerkschaften darum gehen die Arbeitnehmerentgelte spürbar in allen Branchen zu erhöhen, damit der private Konsum wieder zulegen kann und dadurch die Arbeitslosigkeit weiter gesenkt wird. Die verdi- Forderung von 8% für den öffentlichen Dienst ist „das richtige Signal“.

Damit die Verteilungsgerechtigkeit wieder zunimmt sei aber auch die Politik gefordert. Im Focus der Gewerkschaften steht dabei weiterhin der gesetzliche Mindestlohn, spürbare Rentenerhöhungen und die Durchsetzung der Forderung „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, insbesondere bei der Leiharbeit, die zunehmend für soziale Ungleichheit sorgt.

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