DGB Bad Kissingen: Löhne und Kaufkraft im Landkreis Bad Kissingen sind real um 6,2% gesunken (14.11.2008)
Im Landkreis Bad Kissingen haben sich die Löhne preisbereinigt zwischen 2000 und 2005 um satte 6,2% vermindert. Zwar ist die Bruttolohn- und -gehaltssumme der sozialversichert beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vom Jahre 2000 bis 2005 um insgesamt 1,7% auf 642 Mio. Euro gestiegen. Die Verbraucherpreise legten in diesem Zeitraum jedoch um 7,9 Prozent zu! Dies ist das Ergebnis einer gewerkschaftlichen Auswertung, die Frank Firsching, DGB-Regionsvorsitzender Main- Rhön/ Schweinfurt veröffentlichte.
Die Auswertung beruht auf den Meldungen der Arbeitgeber an die Sozialversicherung und enthält neben den Bruttolöhnen an die Arbeitnehmer auch noch die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung.
Zurück„Wenn der Lohn mit der Preissteigerung nicht Schritt hält ist klar, dass sich die Kaufkraft der Arbeitnehmer im Landkreis Bad Kissingen deutlich vermindert hat.“, sagte der DGB- Vorsitzende von Bad Kissingen Manfred Töpperwien. Die Lohn- und Gehaltssumme entfiel auf rund 29 900 sozialversichert Beschäftigte im Landkreis. Auch im längerfristigen Vergleich sind die Löhne und Gehälter preisbereinigt deutlich gesunken. Nominell sind sie insgesamt für alle Arbeitnehmer zwar von 1995 bis 2005 um 42,9 Mio. bzw. 4,9 Prozent gestiegen. Doch dieser Anstieg der Bruttolöhne wurde von der Preissteigerung wieder zunichte gemacht. Berücksichtige man die Preissteigerungsrate von insgesamt 14,8 Prozent, habe die Inflation den Anstieg der Arbeitseinkommen mehr als „aufgefressen“. Insgesamt seien die Lohnkosten in diesem Zeitraum deutlich - um rd. 10 % - gesunken. Im Schnitt verdienten die Arbeitskräfte im Landkreis Bad Kissingen erheblich weniger als im Bundesdurchschnitt. So lag die Bruttolohnsumme pro Kopf 2005 bundesweit bei 25.266 Euro und in den alten Ländern bei 26.542 Euro. Hier hingegen waren dies pro Kopf im Schnitt mit nur 21 529 Euro im Jahr- fast 5.000 Euro weniger als in den alten Bundesländern insgesamt. „Die steigende Zahl schlecht bezahlter Jobs wie beispielsweise die Leiharbeit hat zweifelsohne dazu beigetragen, dass die Arbeitnehmerverdienste in der Region insgesamt deutlich gesunken sind“, betonte Töpperwien. „Es kann nicht verwundern, dass die Kaufkraft viel zu niedrig ist, wenn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weniger Geld in der Tasche haben.“ Zugleich sei die Kluft zwischen hohen und niedrigen Einkommen gewachsen. Zwischen 1995 und Mitte 2005 sanken die Reallöhne der Geringverdiener um fast 14 Prozent, während die Gutverdiener zumindest einen Zuwachs von 3,5 % verzeichnen konnten. Um die Konjunktur zu stabilisieren, müssten Löhne und Kaufkraft gestärkt werden. „Gute Löhne müssen endlich für alle Beschäftigten drin sein, und der sich ausbreitende Niedriglohnsektor gehört endlich gestoppt“, sagte der Ortsverbandsvorsitzende. Diesbezüglich hofft der Töpperwien, dass der bayerische Verfassungsgerichtshof grünes Licht für das DGB- Volksbegehren „bayerischer Mindestlohn“ gibt, damit die bayerischen Wähler die Möglichkeit haben im Frühjahr 2009 für den Mindestlohn zu stimmen. Pressemitteilung zum Download |
|
